﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:53:47 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - April 2019</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/april-2019-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/april-2019-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Erlesenes und Erlebtes sind Geschwister]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/erlesenes-und-erlebtes-sind-geschwister</link><description><![CDATA[ Wenn es stimmt, das Erlesenes und Erlebtes genauso wie Erdachtes und Erstrittenes Geschwister sind, gehören sie zu einer im besten Sinne furchtlosen Familie von Faktoren, die das Fundament einer Gesellschaft in guter Verfassung bilden. In der vergangenen Zeit habe ich oft gelesen, dass Menschen sich beklagen, dass sie aufgrund der zunehmenden Unübersichtlichkeit der zur Verfügung stehenden Meldungen in immer mehr Medien die Übersicht verlieren. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass dem einen oder anderen bei der uns umgebenden Informationsmasse schwindelig wird. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Denn wir befinden uns ja aktuell in einer rasanten technologischen Revolution, deren Auswirkungen niemand vorhersehen kann. Beschleunigen wir vielleicht in einem manchmal unangenehmen Sog sogar in ein jetzt überraschenderweise fotografiertes schwarzes Loch? Dass das von Menschen zusammengetragene Wissen täglich zunimmt und der aktuelle Stand der Dinge immerhin vollumfänglich in der Welt ist, finde ich persönlich sehr beruhigend. 

 Jetzt müssen wir nur noch dafür sorgen, dass jeder Einzelne verantwortungsvoller mit diesem Schatz umgeht und das Wissen der Welt darüber hinaus tatsächlich allen frei zugänglich gemacht wird. Das wird noch dauern, bis es soweit ist, dass zum Beispiel die Meinungs- und Pressefreiheit, als eine Lehre aus der Vergangenheit, überall auf der Welt erstritten ist und dieses zentrale Menschenrecht für alle gilt und wie bei uns, als ein Grundgesetz mit äußerst noblem Verfassungsrang verankert ist – da brauchen wir noch unendlich viel Geduld. 

 Ich möchte es noch erleben, dass die Menschen wieder kritisch bleiben und sich selbstverständlich mit Überzeugungen beschäftigen, die sie nicht teilen und ihren Gesprächspartner nicht nur als Projektionsfläche oder Zuhörer sehen. Auch wenn Demokratie vom Zuhören lebt und ich höre sehr gerne zu, wünsche ich mir manchmal, dass ich mich trauen würde, spontan frei zu sprechen, vielleicht ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:44:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/erlesenes-und-erlebtes-sind-geschwister</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-74]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Erinnern an die Zukunft]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/erinnern-an-die-zukunft</link><description><![CDATA[ Letztes Jahr fand ich im Archiv des Wuppertaler Schriftstellers Karl Otto Mühl ein kleines vergilbtes Faltblatt – die Ankündigung für einen Leseabend der Künstlervereinigung „Der Turm“ mitten im zerstörten Wuppertal. Ein Foto davon habe ich seither auf meinem Handy gespeichert. In dieser Ankündigung schreibt der Schriftsteller Paul Pörtner: „Bestimmte Züge haben (...) die Künstler aller Zeiten gemeinsam. Dem Künstler sind die Erscheinungen der Zeit – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – in einem einzigen Augenblick stärker bewußt als den meisten Menschen. Er überblickt gleichsam die Landschaft des Lebens.“ 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Seit Menschengedenken eröffnet künstlerisches Schaffen Zukunftsräume, gelten Künstlerinnen und Künstler als Visionäre, gar Propheten – und als solche im eigenen Land oft sprichwörtlich nichts. Eine der Urfragen, die Kunst stellt, lautet: Was wäre, wenn? Systemen, die auf ihren Erhalt bedacht sind, – seien es Diktaturen oder Ideologien aller Art – ist sie deshalb suspekt bis gefährlich. Kunst vermag infrage zu stellen, was bis dato unverrückbar erschien, erfindet die Welt jederzeit neu. Artists for future, eine Solidaritätsbewegung mit den erstaunlichen Protesten der Schülerinnen und Schüler von Fridays for future, berührt in seinem Namen mithin das Selbstverständnis künstlerischen Schaffens. 

 „Erinnern an die Zukunft“ lautet der wunderbare Titel eines Zukunftsfestivals, das die Armin T. Wegener-Gesellschaft und die Stiftung W. in Erinnerung an drei Visionäre – die Künstlerin Else Lasker-Schüler, die Philosophin und Sozialreformerin Dr. Helene Stöcker und den Philosophen, Autor und Aktivisten Gustav Landauer – im Mai veranstalten werden (www.erinnern-an-die-zukunft.de). Kunst und Kultur erinnern den Menschen an seine eigene Zukunft, daran, was möglich und manchmal notwendig ist. Angesichts der erdrückenden Probleme unserer (im digitalen Raum mehr und mehr zusammenrückenden) Welt kann uns die Hellsichtigkeit ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:43:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/erinnern-an-die-zukunft</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-73]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Aufs Neue sprechen lernen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/aufs-neue-sprechen-lernen</link><description><![CDATA[ „Ich weiß gar nicht, was ich zu allem sagen soll.“ – Ähnliches ist auf unserem klatschbunten Konsumentenjahrmarkt mit seinen Dieselfahrgeschäften, Schnellfeuerschießbuden und Provokationsattraktionen wieder öfter zu hören als noch vor wenigen Jahren. Obwohl uns die Zuckerwatte das Maul verklebt, melden immer mehr Menschen zaghaft ihre Zweifel am ewigen Fortgang der Kirmes an. Was aber genau zu sagen nicht gewusst wird, das trennt sich an der weltanschaulichen Wasserscheide und fließt auf der einen Seite schäumend in egoistischer Starrheit, Hasstendenz und Gewaltsprache hinab und auf der anderen Seite gluckernd mit mitmenschlichen Bedenken hinunter, mit einem Tasten in oft noch viel zu abstrakten Diskursen und zum Bedürfnis nach einer neuen Sprachgewalt. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Während sich die eloquenten WortführerInnen der „Fridays for future“ in den Jahrmarktbuden von Lanz und Anne Will ganz gut behaupten und dennoch bestenfalls mitfühlend für niedlich befunden werden, ist auf den Straßen noch nicht viel zu hören, was über ein Gruppenkuscheln hinausgeht – außer dem Nationalgekreisch hartrechter Quadratschädel und natürlich zum Glück auch dem vielfachen Widerstandsbeweis ihrer Gegner. Einigen Ereignislärm gibt es also. Was fehlt, ist eine breit verankerte intuitive Sprachkraft der Sorge um unsere gemeinsame Zukunft. Nicht elaboriert und qualitätszertifiziert, sondern einfach aus dem Bauch heraus, um noch unbekannte Worte ringend. Es fehlt uns die Stimme des Asphalts, auf dem wir das Recht auf eine mitmenschliche Zukunft in einer sich radikal verändernden Welt reklamieren. 

 Debattiert wird natürlich viel, in geschützten Räumen der Kunst und Kultur, auf Vernissagen, in Seminaren, auf Podien und Kongressen, dort, wo Neugier auf Einigkeit trifft. In der Freizeit und in den gepflegten Freiräumen des selbstständigen Arbeitens vergewissert man sich der guten Absicht. Dort aber, wo es weh tun könnte, wird – jedenfalls scheint es so – ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:40:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/aufs-neue-sprechen-lernen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-72]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Empört euch! Und lasst uns gemeinsam empören!]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/emp246rt-euch-und-lasst-uns-gemeinsam-emp246ren</link><description><![CDATA[ „Empört Euch!“ begleitet mich seit Tagen, daheim und mit Blick in die Welt. Ich komme vom sechsten Stadtentwicklungssalon im Mirker Bahnhof und schlängle mich mit meinem Liebsten zwischen Autos und Häuserwänden hintereinander eingepfercht auf den Gehwegen die Wiesenstraße hoch. Ich frage mich: Warum mache ich das seit Jahren? Warum lasse ich es mir gefallen, noch nicht mal Raum zu haben, um nebeneinander auf Gehwegen zu gehen? Nachts laufe ich am liebsten mitten auf den Straßen der Nordstadt. Tagsüber ist das zu gefährlich. Warum nehme ich hin, dass häufig für Menschen so wenig Raum ist: zwischen parkenden oder fahrenden Autos, ob zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs, für Erwachsene und erst recht für Kinder. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 „Empört Euch!“ – uns allen durch Stéphane Hessels Kampfschrift vertraut – hatte der in Wuppertal aufgewachsene Michael Schulte von der Berliner Initiative „Changing Cities e.V.“ empfohlen, als er in Utopiastadt vergangene Woche beeindruckend vom „Volksentscheid Fahrrad“ sprach, von Mahnwachen für Verkehrsopfer und von der Mobilitätswende. 
Jazzmusiker stehen mitten auf der Straße, auf der Avenida Paulista in der 17 Millionen-Menschenstadt in Brasilien. „Tänzer springen waghalsig auf Autos, als ob sie mit ihnen tanzen wollen und bespielen dann in bunten Kostümen ganze Straßen, interagieren und unterbrechen die Autokolonnen im Alltagsverkehr“, höre ich von meinem brasilianischen Freund Antonio Araujo, dem künstlerischen Leiter des gerade beendeten Internationalen Theaterfestivals in São Paulo, der sich von München aus bei mir meldet. Seine Theaterarbeit fasziniert mich seit Jahrzehnten. 

 2002 war Teatro da Vertigem in Köln bei „Theater der Welt“ in der Justizvollzugsanstalt Ossendorf zu Gast. Die Künstlergruppe prangert unverblümt gesellschaftliche Missstände in öffentlichen Räumen an. Jüngst wurde von der neuen Regierung Bolsonaro in Brasilien das Kulturministerium abgeschafft, Indios werden angegriffen, ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:39:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/emp246rt-euch-und-lasst-uns-gemeinsam-emp246ren</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-71]]></dc:identifier></item></channel></rss>