﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 13 Mar 2026 14:53:41 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - November 2025</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/november-2025</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/november-2025" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nach dem Applaus]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nach-dem-applaus</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1050/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1050/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 „Applaus ist das Brot des Künstlers“, heißt es gelegentlich mehrdeutig. Von der weit älteren Redewendung der „brotlosen Kunst“ war an dieser Stelle bereits die Rede. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Anfang letzter Woche fuhren sechs Menschen aus Wuppertal nach München, um an der diesjährigen Verleihung des Bundeskulturpreises Applaus-Award teilzunehmen. Sechs Menschen, drei aus dem Loch, drei von der Insel, die an diesem Abend mehrfach zu hören bekamen, wie ungewöhnlich stark doch Wuppertal immer wieder vertreten sei – manche Bundesländer kommen gerade auf einen Preisträger. Und in Wuppertal hätte es noch mehr Kandidaten gegeben. Wir sechs also repräsentierten in München nicht nur unsere Kulturorte, sondern auch unsere Stadt. 

 Solche Ereignisse sind schön und wichtig. Die Szene feiert sich und wird gefeiert, verdient sich Lorbeeren, die im Alltag oft schnell verblassen. Im Vorfeld war durchaus diskutiert worden: Welche Haltung sollten wir Wolfram Weimer gegenüber einnehmen? Ich persönlich habe dazu zwei Gedanken. Der erste: Wenn wir als Kulturort mit diesem Preis ausgezeichnet werden, nach München fahren und die Urkunde samt Preisgeld annehmen, welche vom Staatsminister für Kultur und Medien unterzeichnet ist, wäre es inkonsequent, beispielsweise ein Foto mit ihm zu verweigern. Er selbst ging dieser Möglichkeit dann wohlweislich aus dem Weg, indem er der Fotowand fernblieb. Der zweite Gedanke scheint mir noch wichtiger: Ein Problem, an dem unsere Demokratie unter anderem krankt, scheint doch, dass die demokratischen Kräfte zu wenig ihre Gemeinsamkeiten pflegen. Das Prinzip der Spaltung regiert allerorten. Herr Weimer mag Positionen haben, die ich persönlich oder viele aus der Kulturszene nicht teilen, ablehnen oder diskussionswürdig finden – doch er ist Demokrat. Selbstverständlich hätte sich niemand von uns neben einen Politiker jenseits des demokratischen Spektrums gestellt, doch dann hätten wir einen solchen Preis ...]]></description><pubDate>Tue, 25 Nov 2025 21:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nach-dem-applaus</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1050]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nichts kommt aus dem Nichts, denn auch Kunst machen ist Arbeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nichts-kommt-aus-dem-nichts-denn-auch-kunst-machen-ist-arbeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1039/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1039/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Tine Lowisch 

 Früher hieß es in unübersichtlichen Situationen, es sei besser, erst einmal abzuwarten oder eine Nacht darüber zu schlafen – vieles kläre sich von selbst. Am heutigen Buß- und Bet-Tag nehme ich mir also mal die Zeit, um zu überlegen, was ich bereue, woran ich glaube und worauf ich weiterhin vertraue. Um ein bisschen Abstand zu bekommen, verlasse ich dafür sogar mal meine Stadt und schaue mich ein bisschen um. Seit ich mir ein Deutschland-Ticket leiste, geht das ganz gut, wenn Zeit und Ziel dabei nicht so wichtig sind. Wenn ich die öffentlichen Verkehrsmittel nutze, befinde ich mich dabei mit allen Konsequenzen in Gemeinschaft, kann beobachten, zuhören und allein dadurch, dass ich Strecke mache, habe ich das Gefühl, auch gedanklich beweglicher zu sein. Moderat unterwegs zu sein, ist einfach ein guter Ausgleich. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Am vergangenen Sonntag (die Zeit reichte für einen kurzen Ausflug) war ich mit meinem Mann, trotz Novembernebel und Nieselregen, auf dem Geschwister-Scholl-Platz in Barmen begeistert, da wir genau in dem Moment vor Ort waren, als der Konzeptkünstler Samuel Treindl sein performativ entstandenes Betonobjekt ausschalte, aus seiner Form befreite. Dann, in der Kunsthalle Barmen, wo noch bis zum 14. Dezember die Ausstellung Ex Nihilo - Prozesse künstlerischer Arbeit läuft, haben wir uns im Anschluss sehr wohlgefühlt und uns in guter Atmosphäre mit anderen Besuchern über weitere, mögliche künstlerische Interventionen ausgetauscht. 

 Bei Künstlerinnen und Künstlern ist das normal, sie unterscheiden nicht zwischen Arbeit und Freizeit. Dieses Verhalten macht sie, neben vielen weiteren Faktoren, sehr verletzlich. Wer versucht, von seiner Kunst zu leben, geht keinen nachvollziehbar planbaren, geraden Weg. Vielmehr fühlt es sich manchmal an, wie in einem Hamsterrad, das man ständig selbst antreibt. Oder, wenn es gut läuft, wie in einem Kreislauf oder einem Flow, bei dem Zeit keine Rolle ...]]></description><pubDate>Tue, 18 Nov 2025 21:39:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nichts-kommt-aus-dem-nichts-denn-auch-kunst-machen-ist-arbeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1039]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunst in der Zeit der Erwartungen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-in-der-zeit-der-erwartungen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1038/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1038/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Es kreischt und poltert durch das graue Licht; ein Scheppern, multiples Flügelschlagen und dann wird es still. Elster gegen Eichhorn, Dompfaffsingle gegen Amselpaar: Noch liegt kein Raureif auf den Beeten, da hat die Zeit des Neidens schon begonnen. Kuscheltiere kloppen sich um kleine Gaben, und sobald der Meisenknödelhalter dann am Boden liegt, verharrt die Welt und blickt in Richtung meines Küchenfensters. Moment, denke ich, es ist zwar Martinstag, doch neue Knödel gibts erst zum Black Friday; noch hängen viele Büsche voll mit Superfood. – Die Pädagogik des Gebens ist mitunter kompliziert; was macht man sozusagen richtig und was falsch? Was soll getan sein für die Gabe und was bekommt die gebende Hand dafür? 

   
Max Christian Graeff - Foto C. Paravicini 

 Die gemeinsam engagierten Teile der freiberuflich Kunst- und Kulturtätigen unserer Stadt, unter anderem im FNWK verbunden, haben dafür ein Einblicke gewährendes und Informationen austauschendes Element installiert, das relativ neu ist und doch bereits selbstverständlich scheint: Der Kulturrat wählte kürzlich erneut zwei Vertreterinnen, Thusnelda Mercy und Dr. Kati Trempler, welche die Interessen der freien Szene im neuen Kulturausschuss des Stadtrats beisitzend vertreten. Kann es funktionieren, das breite Spektrum verschiedenster Positionen unserer an künstlerischen Stimmen überreichen Stadt in einem Gremium abzubilden? Dieser Anspruch muss konstruktiv fallengelassen werden; die diversen Situationen sind seit jeher unvergleichbar. Doch Ohren und Meinungen in diesem Ausschuss präsent zu haben, ist in einer Zeit der das Gemeinwohl bedrohenden rechten „Kulturkampf“-Stimmung relevant. Hoffentlich erhalten die Vertreterinnen genügend Gelegenheit, um Verständnis zwischen den extrem verschiedenen Welten der Politik und der Künste zu befördern. Für die vielen ehrenamtlichen Stunden können wir anderen nicht genügend danken. 

 Der sich nähernde und von der Konsumgüterindustrie mit ...]]></description><pubDate>Wed, 12 Nov 2025 07:29:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-in-der-zeit-der-erwartungen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1038]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Zugehörigkeit ist lauter als Vernunft]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/zugehoerigkeit-ist-lauter-als-vernunft</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1034/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1034/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 „Es entsteht eine neue Offenheit für vermeintlich einfache Wahrheiten“, sagte Uwe Schneidewind in seiner inspirierenden Abschiedsvorlesung und untermalte darin, warum gerade eine wissenschaftsorientierte Politik in diesen Zeiten eine Herausforderung darstellt. In einer komplexer und unsicherer gewordenen Welt suchen Menschen nach Halt, Zugehörigkeit, nach jenen, die fühlen und denken wie sie selbst. Solche Gemeinschaften, oft als „Blasen“ bezeichnet, geben Sicherheit. Doch sie haben eine Kehrseite. 

   
Kati Trempler - Foto © Line Beckmann 

 In diesen Blasen zählt nicht mehr der zwanglose Zwang des besseren Arguments, sondern die Loyalität zur Gruppe. Die Funktion der Gruppe ist nicht die Erzeugung von Wahrheit und Erkenntnis, sondern die Herstellung von Verbindung. Wer dazugehören will, darf nicht zweifeln. Wer fragt, riskiert Ausschluss. In der Psychologie bezeichnet man diesen Mechanismus als „Ingroup-Phänomen“. Innerhalb der Gruppe gibt es die Tendenz, nur jene Informationen anzunehmen, die in deren Weltbild passen. Wir alle betreiben das, mehr oder weniger. 

 Auch ich lese lieber Texte, die mich interessieren und zu meinen bestehenden Überzeugungen passen, als solche, die unhandlich und schwer verständlich sind. So entstehen Echokammern, in denen wir uns sicher fühlen – und zugleich voneinander entfernen. Das bedeutete aber auch, dass wir mit Verstand und Argumenten nicht weiterkommen, wenn es doch um das Gefühl der Zugehörigkeit geht. 

 Im Buch „Heimat“ von Hannah Lühmann wird der perfide Mechanismus der Gruppenbildung dargestellt. Darin findet eine junge, schwangere Frau – von ihrem Mann verlassen, Mutter zweier Kinder – Halt in einer Gruppe rechtsextrem orientierter „Tradwives“. Diese Blase bietet ihr Zugehörigkeit und Sicherheit, so sehr, dass sie selbst die verstörendsten Aussagen ihrer vermeintlich neuen Freundinnen hinnimmt. Es ist ein beklemmendes und kaum aushaltbares Beispiel dafür, wie stark die Sehnsucht nach ...]]></description><pubDate>Wed, 05 Nov 2025 08:38:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/zugehoerigkeit-ist-lauter-als-vernunft</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1034]]></dc:identifier></item></channel></rss>