﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 30 Apr 2026 19:47:52 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Oktober 2019</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/oktober-2019-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/oktober-2019-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Verbunden gegen die Ratlosigkeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/verbunden-gegen-die-ratlosigkeit</link><description><![CDATA[ Von Max Christian Graeff 

 Eine ertragreiche Pilzsaison geht zu Ende, während die Hubwagenverleiher sich dem Anfragensturm all derer widmen, die nun mit den saisonalen Beleuchtungsgeflechten die künstlichen Himmel des vorweihnachtlichen Großkonsums montieren: In Paris wird ein Wesen mit mehr als 700 Paarungsvarianten ausgestellt; fast hunderttausend neue deutschsprachige Bücher kämpfen um die Schaufensterplätze und die Bewegung Fridays for Future zeigte in diesem Jahr nicht nur das Potenzial einer erwachenden Jugend, sondern vor allem die generationenlang verdrängte Notwendigkeit, den Folgen des bedenkenlosen Lebensaktiv zu begegnen. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Ob Myce], Rhizoid, Rhizom, Web, Cloud, AG, Labor oder Verein: Selbst im Fall einer Allergie gegen das Wort „Netzwerk“ sind wir täglich tief in zielorientierte oder ergebnisoffene Beziehungsgeflechte verwoben, in das verwirrende Mit- und Gegeneinander der Politiker und Investoren, der Geheimdienste, Lobbyisten, Rohstoff- und Waffenhändler, in mediale Deutungsgefechte zu frischen sich vielfältig fortbildenden Wirkungsgemeinschaften wie Extinction Rebellion oder auch in offiziell vertuschte Organisationsstrukturen der in Wort und Tat mörderischen Rechtsextremen und der sie aktiv stabilisierenden neuen Mitte". Und an manchem Abend sitzt man still am Küchentisch und fragt sich: Wo in alle dem stehe oder schwimme eigentlich ich selbst? 

 Eine Überforderung an der turbulierenden Gegenwart ist höchst, menschlich. Um dem Geschehen halbwegs folgen zu können, haben wir immerfort so viele komplexe Zusammenhänge zu verstehen, dass uns - unabhängig von Alter, Stand; Herkunft und Bildung - zuweilen die Synapsen durchbrennen. 

 Mit dem Auskotzen dieser Verzweiflung in den Sozialen Medien meinen viele, sich zu befreien und zementieren inmitten des Netzes doch nur eine krankhaft geschwollene Egozentrik, anstatt von ihrer Ratlosigkeit aus nach Horizonterweiterung zu suchen. Das Werkzeug ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:36:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/verbunden-gegen-die-ratlosigkeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-100]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wuppertal in Bewegung]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertal-in-bewegung</link><description><![CDATA[ Von Uta Atzpodien 

 Et plästert. So begann Max Christian Graeff kürzlich seine Kolumne. Immer noch fegt und stürmt es. Aus kurzen werden nasse Wege, zu Fuß, auf dem Rad, unterwegs in der Stadt. Die Erde freut sich über den Regen. Die Pegel der Gewässer, Wupper, Rhein, Ruhr, erreichen langsam wieder gewohnte Stände. Regeneration. Die Natur zeigt uns so greifbar mit ihren Jahreszeiten, wie bewegte Kreisläufe aussehen können. Sie reagiert zuverlässig, zusehends radikal, mehr als es Menschen in Politik und Verwaltung häufig vermögen, um unsere Gesellschaft ins Lot zu bringen und zukunftsweisend mit ihr umzugehen. Das Bewegen zieht sich wie ein Leitmotiv durch unsere Stadt, visionär über die Kunst. „Mich interessiert nicht wie Menschen sich bewegen, sondern was sie bewegt“: So inspirierte Pina Bausch Menschen weit über das Tal hinaus. Bewegte Menschen wiederum bewegen unsere Stadt, das machen kleine und große Initiativen, Gruppen, Projekte wie die Nordbahntrasse, Utopiastadt, die Critical Mass, jüngst die Mobilstation und die immer wieder überschäumende Kreativität der Kunstszene spürbar. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Projektionen, Vibraphon-Klänge von Matthias Goebel, bemalte Schilder, rollende Bürostühle und eindringliche Fragmente eines gemeinwohlorientierten Leitbildes via Mikrofon: Mit „Bewegen - Zukunftskunst und nachhaltige Mobilität“ kamen am 10. und 11. Oktober zu den „Bergischen Klimagespräche 2019“ – von Uwe Schneidewind und Wuppertal Institut möglich gemacht – 40 Mobilitätsforscher, -aktivisten und Künstler*innen zusammen. Faszinierend, was in zwei Tagen über einen kreativ-experimentellen Freiraum gemeinsam entsteht: Wie sieht die Raumverteilung in unserer Stadt aus? Wie steht es um Verbote? Wie übt sich ein Perspektivwechsel? Was bringt Querdenken? Und was braucht eine Mobilitätswende, die Menschen miteinander verbindet? Das beschwingende Bewegungsmanifest am Freitagabend im Codeks war eine performative Skizze. Spannend bleibt, ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:33:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertal-in-bewegung</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-99]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wir schaffen eine Insel]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wir-schaffen-eine-insel</link><description><![CDATA[ Wir befinden uns im Hinterzimmer eines der traditionsreichsten Kulturorte Wuppertals. Die Beleuchtung ist schummrig. Um eine lange Tafel versammeln sich Akteurinnen und Akteure der Wuppertaler Kunst- und Kulturszene, ein Rechtsanwalt, ein Unternehmer, eine Rentnerin. Uns alle vereint in diesem Moment ein gemeinsames Ziel. Und so klingt es an, dieses altmodische Wort, vor dem mich Ältere einmal warnten, sind doch die Menschen so kompliziert – im Verein. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Das Café Ada, im Herzen Wuppertals, steht seit gut 30 Jahren für Jazz, Tanz, Performance und Haltung. Es ist ein Ort, der viele Aspekte unserer Kulturlandschaft repräsentiert: schon immer war er interdisziplinär, vielstimmig, multikulturell, integrativ, verbindet er Jung und Alt. Lange Zeit galt er als Wohnzimmer des Pina-Bausch-Ensembles, das nach Vorstellungen stets dort auflief, um bis in die Morgenstunden weiter zu tanzen. Während das eigentliche Café im Erdgeschoss in den letzten Jahren präsent blieb, täglich seine Gäste empfängt und verzaubert, ist es kein Geheimnis, dass die Kulturarbeit im Ada, ursprünglich geleistet von Mare e.V., seit längerem brach liegt. Fast ist es ein Wunder, wie viel sich noch ohne ihn und mithilfe eines Fördervereins weiter am Leben hielt: Wuppertals renommierte Jazz-Session, Ausstellungen, Tango- und Salsa-Salons, Literatur auf der Insel. Es war höchste Zeit, sich dieses kostbaren Ortes anzunehmen und ihn neu zu beleben. 

 Über ein Jahr lang versammelten sich Künstlerinnen und Künstler sowie Menschen unterschiedlichster Berufe in loser Folge, um über einen Neustart der Kulturarbeit im Ada nachzudenken. Mehmet Dok, Herz des Ada und Gastronom, hat viel zu erzählen. Unter anderem, wie Pina Bausch, Peter Kowald, einige andere und er einmal den Plan fassten, das ganze Gebäude zu kaufen und dort eine Produktionsstätte für Tanz, Theater, Musik und Performance aufzubauen. Daraus ist nichts geworden. Jetzt, nach dem kürzlichen Aufkauf des ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:31:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wir-schaffen-eine-insel</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-98]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Heute vor 30 Jahren gab es unglaubliche Bilder aus Leipzig]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/heute-vor-30-jahren-gab-es-unglaubliche-bilder-aus-leipzig</link><description><![CDATA[ Von Tine Lowisch 

 Im Grunde kann man an jedem beliebigen Tag an einen besonderen Menschen erinnern. An Eugen Langen zum Beispiel. Der Mann, der unsere Schwebebahn erfand, und sie doch nie in Bewegung sah. Er hätte heute Geburtstag. John Lennon, der uns generationsübergreifend mit seiner Musik bewegte und dessen gewaltsamer Tod bis heute nicht ins Konzept passt auch. Heute ist aber auch der Todestag von Che Guevara, der der Meinung war, dass wir realistisch bleiben sollen, wenn wir das Unmögliche versuchen. Vor einer Woche hätte Mahatma Gandhi Geburtstag gehabt. Und so weiter. Nur heute geht das irgendwie nicht. Denn dieser Tag vor 30 Jahren in Leipzig war ganz und gar anders. Am 9. Oktober 1989 passiert etwas Singuläres. Etwas Epochales, das alle anderen Assoziationen zu diesem Tag für immer in den Schatten stellen wird: Eine Revolution gelingt! Und das spektakulär friedlich. Durch zivilen Ungehorsam, durch gewaltlosen Widerstand von etwa 70 000 Menschen. Durch politisch Verantwortliche, die sich gegen aktives Einschreiten gegen die eigene Bevölkerung entscheiden. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Durch das in diesem Moment wirkungsvolle Zusammentreffen vieler Faktoren erleidet die Diktatur der DDR so ihre entscheidende Niederlage, am ersten Montag nach dem 40. Jahrestag ihrer selbst. Im Anschluss an die Zusammenkünfte in der Leipziger Nicolaikirche, die sieben Jahre lang immer montags die oppositionellen Kräfte im Gebet stärkten, gewinnt ein Phänomen das immer wieder neu erstritten, verhandelt und bestätigt werden muss: Die Freiheit. Noch Tage vorher scheint die SED entschlossen die Oppositionsbewegung ohne Rücksicht auf Verluste gewaltsam niederzuschlagen. Der Auftrag aus Ost-Berlin für den 9. Oktober 1989 lautet: „Die Staatsfeindlichkeit mit Gewalt ein für alle mal zu beenden.“ 

 Etwas früher am Abend hatte die Kulturgröße Kurt Masur, der Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses, der gemeinsam mit einem Kabarettisten, einem ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:29:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/heute-vor-30-jahren-gab-es-unglaubliche-bilder-aus-leipzig</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-97]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Immer schön flüssig bleiben]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/immer-sch246n-fl252ssig-bleiben</link><description><![CDATA[ Von Max Christian Graeff 

 Et plästert. Das Tal fällt ins windige Grau und der Boden saugt und säuft so gluckernd, dass man es durch die dicksten Mauern hört und sich fragt, wann wohl der dunkel rollende Rülpser kommt. Aber dazu reicht der Regen noch nicht, und die Erde ist kein japsender Teenager mehr. In der Zeitrechnung der Gelehrten steckt sie in den „besten Jahren“ – und dank humanoidem Virenbefall in einem akuten Fieberschub. Es wird ihr natürlich gelingen, sich von uns zu befreien; schmerzhaft ist allein, wie vehement wir selbst daran mitwirken. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Noch vor den Menschen sterben ihre Sprachen. Die Linguisten zählen etwa 6500 weltweit, doch Hunderte stehen kurz vor dem Aussterben. Man sagt, dass alle zwei Wochen eine Sprache verschwindet. „Dobuten is et am rähn. Nee, et fisselt man blos, nee et siept, et fängt an te plästern. – Do is nix an te maken, me mott sek schecken.“ So schreibt der Elberfelder Schriftsteller, Sprachsammler und Hörspielpionier Paul Pörtner, der vor 35 Jahren starb. Im Januar 2025 würde er hundert Jahre alt. Sein von Spracherforschungen und literaturhistorischen Dokumentationen überquellender Nachlass ruht in den Regalen der Stadtbibliothek, und zur tatsächlichen Aufarbeitung fehlen Geld und Zeit. Es wäre schade, wenn unsere Stadt dieses so reiche Archiv verlöre, ohne zumindest ein veranstaltungs- und publikationsreiches Pörtner-Jahr gemacht zu haben. Denn mit ihm ginge uns ein überreiches, noch nicht vollends entdecktes und zum großen Teil schon wieder vergessenes literarisches Lebenswerk sowie ein wahres Sprachlabor verloren. 

 „Sprachlabor“ – so hießen ab den 60er-Jahren innovativ ausgestattete Lernräume in vielen Schulen. Der Gedanke vom Lernen durch das Hören und Nachsprechen nichteigener Sprachen war vermutlich gut; an eine gelingende Umsetzung kann sich kaum noch jemand erinnern. Heute ist die Technik in jeder Hosentasche daheim, doch sie dient im Alltag meist nicht der ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:25:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/immer-sch246n-fl252ssig-bleiben</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-96]]></dc:identifier></item></channel></rss>