﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 12 Mar 2026 10:59:18 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Oktober 2024</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/oktober-2024</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/oktober-2024" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das Tal der künstlerischen Intelligenz]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-tal-der-kuenstlerischen-intelligenz</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/844/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/844/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Meine Stadt steckt voller Möglichkeiten. Über 150 Nationen leben hier friedlich miteinander. Meine Stadt ist grün und wird mit einer machbaren Buga 2031 nachhaltig grüner werden. In meiner Stadt lebt Tony Cragg, der erfolgreichste Bildhauer der Welt, in friedlicher Koexistenz mit unzähligen, oft ehrenamtlich aktiven Zukunftskünstlern und Zukunftskünstlerinnen. Meine Stadt tanzt, und wenn meine Stadt in fünf Jahren 100 Jahre alt sein wird hat sie hoffentlich ihr (Pina Bausch) Zentrum neu erfunden. Meine Stadt war mal sehr reich. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Jetzt ist meine Stadt arm. So arm, wie jedes dritte Kind, das in Wuppertal lebt. Die Armut und ihre gesellschaftlichen Folgen bilden sich immer mehr im Stadtbild ab und das, obwohl der berühmteste Sohn Wuppertals, der junge Friedrich Engels, zusammen mit Karl Marx, in denkwürdigen Schriften bereits vor fast 200 Jahren auf die Auswirkungen Industrieller Revolutionen, die nicht mit dem Versuch einer Lösung der sozialen Frage einhergehen, aufmerksam machte. Durch Armut auf den Straßen und bei uns auch auf den Trassen, entstehen im Moment Alltagserfahrungen, die Wuppertal bald seiner potenziellen Anziehungskraft berauben könnten. 

 Eine neue Strategie muss also her. Hier mein Vorschlag: die extraordinäre, künstlerische Intelligenz dieser Stadt muss mehr mit den Künstlerinnen und Künstlern die hier leben und arbeiten in Verbindung gebracht werden, denn auch die lokalen Größen leisten in und für Wuppertal jeden Tag Pionierarbeit. Die Anzahl der künstlerischen Projekte der Wuppertaler Künstlerinnen und Künstler wächst und wächst, trotz oft prekärer Begleitumstände, und das Angebot ist noch erfreulich vielfältig. Ja, der Gestaltungswille der Bürgerinnen und Bürger in Wuppertal ist eine großartige Leistung, die hier bei uns allerdings gerne wie ein Gottesgeschenk entgegengenommen wird. Es wird in Zeiten knapper Kassen und drohender Haushaltslöcher, meist ...]]></description><pubDate>Wed, 30 Oct 2024 00:56:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-tal-der-kuenstlerischen-intelligenz</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-844]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das Unerwartete hat es schwer]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-unerwartete-hat-es-schwer</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/842/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/842/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Max Christian Graeff 

 Sonntagabend am Frankfurter Hauptbahnhof, die Bahnsteige sind voll mit erschöpften Menschen: Die 76. Buchmesse ist beendet. Diesmal kam ich von einem Job anderswo und wurde beim Umsteigen etwas sentimental, da die weltgrößte Messe für Gedrucktes einst ein unumstößlicher Jahrestermin war, an dem sich freiberufliche Tätigkeiten und manchmal das wirtschaftliche Überleben des nächsten Jahres entscheiden konnten. In den Jahren als Buchhändler fragten wir uns auf der Rückfahrt, ob wir richtig eingekauft oder wieder zu viele Bücher geordert hatten, die uns selbst sehr, jedoch in Elberfeld sonst niemanden interessierten. Als Auftragsautor habe ich mich von den Auslagen vieler Hundert Verlage aus aller Welt inspirieren lassen, hab selbst Ideen gepflanzt und massiven (Lern-)Stoff inhaliert, über Kulturen der Vergangenheit und Gegenwart. Und drumherum viel erlebt, zuweilen anderswo geschlafen als geplant und wesentliche Menschen beobachtet, von Günter Grass bis Mohammed Ali oder Lotti Huber. Einmal bin ich im Getümmel voll in den Bauch von Helmut Kohl gerannt. Er hat wohlig gegrunzt! 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Die Buchmesse hat sich seither völlig geändert. Der Treffpunkt für die Aktiven ist in elektronischer Zeit nicht mehr so wesentlich, internationale politische Diskurse und Statements sind seltener geworden, der Handel bestellt kaum noch live vor Ort und die ganze Branche kämpft – auch bei partiell steigenden Umsätzen – mit sinkender Aufmerksamkeit. Die Besucherzahlen sind nur dank aufwendiger Erlebnisinszenierungen stabil: Im Fokus standen dieses Jahr die „New Adults“, Jugendliche und sich jugendlich gebende Erwachsene. Die Kunden unter 20 Jahren sind sogenannte Wachstumstreiber im Buchmarkt; sie lesen im Durchschnitt 25 Minuten am Tag, etwas mehr als vor der Pandemie. Allerdings kaum den feuilletonistischen Kanon, das Unerwartete, Experimentelle oder Weltrelevante, sondern Genres, die speziell für sie erfunden ...]]></description><pubDate>Wed, 23 Oct 2024 23:45:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-unerwartete-hat-es-schwer</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-842]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Man erntet, was man sät]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/man-erntet-was-man-saet</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/832/danielahoehmann.jpg" length="236626"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/832/images/danielahoehmann-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Daniela Höhmann 

 Heute war Kartoffelernte in unserem Garten. Die Ernte ist immer ein höchst beglückendes Ereignis für mich. Gerade die Ernte von Erdäpfeln ist so eine Art Schatzsuche im Acker. Der Stolz der Gärtnerin wächst mit jeder Knolle, die in den Eimer wandert. „Man erntet, was man sät“ – aber die Saat ist eben nicht alles. Bei der Ernte zeigt sich, wie gut man sich in der Wachstums- und Reifephase um die Zöglinge gekümmert hat. In diesem Jahr gab es in unserem Garten offenbar für einige Gewächse optimale Bedingungen: 50 Gurken, wow! Dabei gibt es Faktoren, auf die man keinen Einfluss hat, wie Wetter, Schädlinge oder Krankheiten. Und natürlich welche, die man sehr wohl beeinflussen kann. Endlich habe ich es beispielsweise in diesem Jahr geschafft, die Kartoffeln nach dem Austreiben mit Erde anzuhäufeln. Das hat in diesem Jahr zu so vielen Kartoffeln wie nie geführt. 

   
Daniela Höhmann - Foto: Katja Velsmans 

 Kultur lebt also von viel mehr als nur vom Säen und Gießen. Der lateinische Begriff „cultura“ bedeutet ursprünglich Bebauung, Bearbeitung, Bestellung und Pflege. Übertragen heißt das: Kultur muss bestellt, gepflegt, entwickelt und kontinuierlich gestaltet werden. Bearbeiten, genau hinhören, beobachten und Gespräche führen: So nimmt man eine andere Position ein. Nicht nur die eigenen Gedanken zählen, sondern auch die Stimmen und Geschichten anderer. Wir dokumentieren und ordnen diese Stimmen ein, um ein Gesamtbild zu schaffen. Wenn in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit und Haushaltskürzungen, veränderter Förderprioritäten, Schließung und Umstrukturierung von Kulturinstitutionen und Kürzungen von Projektförderungen und Stipendien immer mehr an Saat eingespart wird, kann man sich ausrechnen, was man kuratieren und schließlich als Ernte einfahren kann: wenig bis gar nichts. 

 Der Begriff Kurator leitet sich vom lateinischen „curator“ ab, was Pfleger oder Vertreter bedeutet. Das Verb „curare“ heißt Sorge tragen oder sich kümmern. Zurück ...]]></description><pubDate>Wed, 16 Oct 2024 20:29:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/man-erntet-was-man-saet</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-832]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Es ist unsere Entscheidung]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/es-ist-unsere-entscheidung</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/828/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/828/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Ein schmaler Baum steht mitten auf der Bühne im Foyer des alten Schauspielhauses: „Tree Tree“ heißt die Soloperformance, in der Kenji Shinohe mit filigranen Bewegungen und eindringlich-körperlichen Bildern von den Folgen einer Naturkatastrophe, eines Tsunamis in Japan erzählt, der seine Heimatstadt zerstörte. Nur eine Kiefer blieb stehen: ein Symbol für Hoffnung und Widerstand. Damals wurden Origami-Faltpapierkunstwerke als Trost an die Betroffenen geschickt, eine gut gemeinte, wenig helfende Geste, so der Choreograph, der die Papierfiguren in sein schlichtes Bühnenbild integrierte. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 In einem eigens für das Fragile-Festival erarbeiteten Part konfrontierte er das Publikum mit der eigenen Zivilcourage: Mit Bindfäden hatte er beim Tanzen seine Finger so schmerzhaft und tief umwickelt, dass es ihm eine ganze Weile nicht gelang, sich mit einer Schere davon wieder zu befreien. Ganz anders als am Premierentag wagte es niemand aus dem Publikum, ihm helfend zur Seite zu stehen. Viele hat diese Erfahrung tief mitgenommen, bekannten sie hinterher voller Ehrlichkeit. „It is our decision“, so Kenji Shinohe im Publikumsgespräch: Ja, es ist unsere Entscheidung, wie wir handeln, helfen und zusammenhalten. 

 Vor wenigen Tagen endete Fragile, das internationale Festival für Nachhaltigkeit und Kunst im entstehenden Pina Bausch Zentrum. Mit eindringlich-berührenden Performances, wie „Amazonia 2040“ von Martha Hincapié Charry oder „A String Section“ der Gruppe Reckless Sleepers, führte es uns die Bedrohung und Zerbrechlichkeit der Welt vor Augen und machte sie sinnlich erfahrbar. In letztgenannter Produktion zersägten sechs Tänzerinnen in kurzen schwarzen Kostümen stoisch die Beine der Stühle, auf denen sie balancierten, nahmen Sitze und Lehnen auseinander, bis zu deren gänzlicher Zerlegung. 

 Doch wie der bekannte Klimaforscher Schellnhuber kürzlich im Deutschlandfunk betonte, braucht es angesichts all ...]]></description><pubDate>Tue, 08 Oct 2024 20:56:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/es-ist-unsere-entscheidung</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-828]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Unsere Kulturwelt zwischen den Nachrichten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/unsere-kulturwelt-zwischen-den-nachrichten</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/827/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/827/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Heute möchte ich zwei scheinbar widersprüchliche Wahrnehmungen teilen: Die eine verbindet sich mit einer Bemerkung der Schriftstellerin Judith Kuckart, welche kürzlich die Premiere ihres neuen Buches „Die Welt zwischen den Nachrichten“ auf der INSEL feierte. Dieses ist zwar als Roman deklariert, stellt jedoch eine überaus dichte Reflexion eigener Lebensgeschichte dar – ein berührendes, autofiktionales Stundenbuch. Auf meine sinngemäße Frage „Warum jetzt dieses Buch?“ antwortete Kuckart, dass sie angesichts der uns täglich umbrandenden Nachrichten kaum noch fiktional schreiben könne oder wolle. Es habe sozusagen an Bedeutung verloren. Diesen – traurigen – Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen, ich erlebe ihn momentan sogar ausgeweitet auf das reine Lesen fiktionaler Texte. Es macht irgendwie keinen Sinn mehr, die andrängende Welt ist zu stark und zu schrecklich. Seit Wochen schon gelingt es mir – auch aufgrund intensiver privater Ereignisse – kaum noch, mich auf größere künstlerische Werke einzulassen. Bestenfalls die Aspekte der Ablenkung oder Berieselung spielen noch eine gewisse Rolle – also das Glotzen im Netz oder die arme Musik. Kunst und Kultur haben im Zusammenhang mit dieser meiner ersten Wahrnehmung nicht an Relevanz verloren, sie erscheinen jedoch wie auf ihre Oberfläche reduziert. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Nun kommt die zweite Wahrnehmung ins Spiel: Ich verbinde ja eben jene erste Wahrnehmung mit einer Bemerkung, die sich auf ein überaus kunstvolles Werk bezieht, die in einem Gespräch an einem Kulturort gefallen ist, vor Menschen, die alle mit einer Sehnsucht oder einem Wunsch dorthin gekommen sind, sich aufgerafft haben aus ihrer Nachrichtenhöhle, um sich gemeinsam mit anderen Menschen berühren und anregen zu lassen. Meine zweite Wahrnehmung sagt also: Wir haben Kunst und Kultur gerade so bitter nötig! – Und planen genau bei ihr Kürzungen auf Landes- und Bundesebene. Gerade mal 1,6 bis 2 Prozent des ...]]></description><pubDate>Wed, 02 Oct 2024 07:35:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/unsere-kulturwelt-zwischen-den-nachrichten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-827]]></dc:identifier></item></channel></rss>