﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 01 May 2026 18:23:27 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Wir erz&amp;auml;hlenden Affen</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/wir-erzaumlhlenden-affen</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/wir-erzaumlhlenden-affen" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wir erzählenden Affen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wir-erz228hlenden-affen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/381/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/381/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Die Geschichte geht so: Hemingway sitzt mit einigen Freunden zusammen und wettet mit ihnen, er könne mit nur sechs Worten eine Geschichte erzählen. Alle legen ihm ihre zehn Dollar Einsatz auf den Tisch und Hemingway schreibt auf eine Serviette: „For sale: baby shoes, never worn.“ 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Diese Anekdote, ob wahr oder nicht, zeigt in wohl knappster Form, wie wir Menschen aus allem, was uns begegnet, eine Geschichte spinnen müssen. Anders wären wir gar nicht überlebensfähig. Möglicherweise zeichnet uns diese Eigenschaft als „erzählende Affen“ aus – so der Titel des Buches, welches mit dieser Anekdote anhebt und das ich sehr empfehlen kann. Welche Geschichten uns von Geburt an begleiten, spielt eine kaum zu überschätzende Rolle dabei, wie wir auf unsere Welt blicken. Aus Narrativen können Rassismus und Antisemitismus entstehen. Mit ihnen manipuliert Trump seine Fans, verfangen die Lügen von Rechtspopulisten. Wie wir uns in der Pandemie verhalten, ist maßgeblich geprägt von den Geschichten, die wir uns gegenseitig darüber erzählen. Und hier werde ich traurig. Einige Freundinnen und Freunde von mir, gebildet und studiert, haben sich offenbar seit Monaten, wenn nicht Jahren, abgelöst vom Strom der Narrative, welche ich bisher mit ihnen teilte. Vieles, was wissenschaftliche Studien zusammengetragen haben, was seit Jahrzehnten an Wissen akkumuliert und verifiziert wird, scheint infrage gestellt beispielsweise durch ein Buch von Heilpraktikern, welche davon schreiben, wie uns die Impfung auf ewig in einem Zwischenstadium halten könne, in dem wir weder lebendig sein noch sterben könnten. Dies sagte mir mein Freund O. allen Ernstes am Telefon, mein O., mit dem ich studiert, mit dem ich Musik gemacht habe und das auch wieder tun möchte: Wir kommen dann nicht richtig ins Jenseits. 

 Ich möchte hier niemandem zu nahe treten (auch Heilpraktikern nicht): Der Zweifel ist gerade das Kennzeichen von Wissenschaft (nicht ihre Gewissheit) ...]]></description><pubDate>Wed, 19 Jan 2022 11:47:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wir-erz228hlenden-affen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-381]]></dc:identifier></item></channel></rss>