﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 02:07:16 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Biotope des Unverfügbaren</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/biotope-des-unverfügbaren</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/biotope-des-unverfügbaren" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Biotope des Unverfügbaren]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/biotope-des-unverfuegbaren</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1079/jakobjentgens.jpg" length="362963"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1079/images/jakobjentgens-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Jakob Jentgens 

 Vor kurzem hatte ich ein Gespräch über das Lernen von Musik. Dabei fiel der Ausdruck „ein Instrument beherrschen“. Manchmal benutzen wir Worte jahrelang, ohne uns ihren eigentlichen Wortsinn bewusst zu machen. In diesem Gespräch blieben meine Gedanken daran hängen: Ein Instrument „beherrschen“ – das beschreibt nicht mein Verhältnis zum Saxophon. Seit über 20 Jahren verbringe ich fast täglich Zeit mit ihm, zwei Studiengänge habe ich ihm gewidmet, es ist mein Beruf geworden und ich bin froh, sagen zu können: Ich „beherrsche“ das Saxophon nicht. Mein Instrument und ich, wir sind in einem Dialog. Ich personifiziere es nicht, aber es hat doch seinen eigenen Willen, manchmal bringt es mich zur Verzweiflung, aber meistens macht es mich sehr glücklich; es hilft mir zu wachsen und mich zu entwickeln. Das klingt fast wie eine Beziehung? 

   
Jakob Jentgens- Foto: Djamila Polo 

 Unser Verhältnis zueinander, zu Dingen, Tätigkeiten und zu uns selbst untersucht Hartmut Rosa in seinem Buch „Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung“ in Analogie zu einem Gespräch. Ein gutes Gespräch ist es, wenn wir zuhören, bereit sind, uns von dem, was wir hören, verändern zu lassen, gleichzeitig etwas teilen wollen und wirklich offen für die Reaktion sind. Mit einem Gegenüber, das wir beherrschen, werden wir kein inspirierendes Gespräch führen, sondern nur hören, was wir hören wollen. Unverfügbarkeit nennt es Rosa, wenn wir die Dinge nicht beherrschen und ihnen so Raum geben, uns zu antworten. In ihr sieht er eine Grundzutat für ein gutes Leben. Erleben können wir das beim Musikmachen oder beim Kochen, in Freundschaften, wenn wir in ein Konzert gehen, ins Theater oder in eine Ausstellung, ohne zu wissen, was uns erwartet. 

 Die Welt erleben wir, glaube ich, alle gerade als zunehmend verunsichernd. Da wird es immer schwieriger, sich bewusst auf etwas „Unverfügbares“ einzulassen und zu vertrauen. Die US-amerikanische Botanikerin und Autorin Robin Wall Kimmerer ...]]></description><pubDate>Tue, 20 Jan 2026 22:15:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/biotope-des-unverfuegbaren</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1079]]></dc:identifier></item></channel></rss>