﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 12 Mar 2026 11:36:32 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Januar 2019</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2019-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2019-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Zwischen Alltag und Fest]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/zwischen-alltag-und-fest</link><description><![CDATA[ Seit Wochen komme ich kaum zum Arbeiten. Das heißt: Ich arbeite halbe Nächte durch, kürzlich bis drei Uhr morgens, jawohl. Dann kann ich nicht schlafen vor Müdigkeit und Gedanken an das, was wieder liegen geblieben ist. Denn es ist nicht originär künstlerische Arbeit, die mir die Zeit raubt. Ich arbeite – wie schnöde – an meiner neuen Homepage. Die alte steht seit Sommer still und kann nicht mehr bestückt werden. Die neue will mithilfe eines superkomplexen Baukastens aufgebaut werden, den ich mir nerdhaft in wochenlangem Trial and Error erschließe. Meine Lust an Design und Augenarbeit hat ein alles absorbierendes Spielzeug bekommen. Der Stolz des Digital Natives, der ich gerade noch bin, untersagt es mir, diese Aufgabe aus der Hand zu geben. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Nun hat diese Tätigkeit – braucht das ein Künstler überhaupt? – auch was von Psychohygiene. Alte Erinnerungen kommen hoch, während ich Fotos vergangener Inszenierungen hoch lade, Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, blicken mich an. Ich sortiere aus, was mir nicht mehr wichtig erscheint, ergänze, was in der Selbstdarstellung bislang fehlte. Ich baue und feile am virtuellen Auftritt, an einem Bild meiner Selbst. Ein befreundeter Schauspieler sagte mir einmal, es falle ihm schwer, sein eigenes Leben in der dritten Person zu formulieren. Auch neue Fotos von sich machen zu lassen und auf ein Portal für Schauspieler hoch zu laden, koste ihn Monate der Selbstüberwindung. Und das, obwohl er doch mit seinem Beruf bewusst in der Öffentlichkeit steht. Mir, der ich auch Autor bin, ist das weniger fremd. Schreiben wir doch alle mehr oder weniger von uns selbst, oft und gerne in der dritten Person. Diese Selbstfiktionalisierung kann auch gesund sein, eine Entdeckungsreise fernab von Narzissmus. Gut, dass ich mir heute Homepage-Verbot auferlegt habe, sonst könnte ich diese Kolumne nicht schreiben. 

 Vergangenen Freitag nun traf sich ein erlesenes Grüppchen im ehemaligen ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:19:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/zwischen-alltag-und-fest</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-62]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nichts schwebt, aber die Wupper bleibt im Fluss]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nichts-schwebt-aber-die-wupper-bleibt-im-fluss</link><description><![CDATA[ Im Moment bin ich, wie so viele andere, sehr unglücklich verliebt in meine Stadt. Wie lange wird es wohl dauern, bis das fliegende Bahnschiff uns Wuppermenschen, wie gewohnt, mit unserer Vergangenheit verbindet und uns durch die Gegenwart in Richtung Zukunft bewegt? Wann werden wir mit unserer eigentümlichen Lässigkeit dieses einzigartige, schwebende Verkehrsmittel wieder besteigen, das Erstbenutzern immer wieder offene Begeisterung in ihre Gesichter zeichnet, während sie verwundert unseren grimmigen Ausdruck registrieren und wir verstohlen in die glänzenden Augen ihrer Kinder blicken. Wuppertal ohne Schwebebahn – das fühlt sich an, wie ein Stadion ohne Sport, eine Ausstellungshalle ohne Prädikat oder ein Labor ohne Forschung. Irgendwie ländlich. Verstehen sie mich nicht falsch. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Ich habe nichts gegen die derzeitige Situation und sehe in so manchem Stillstand eine echte Chance. Denn Wuppertal ist eben, was es ist. Wuppertal ist eine Plastik, ein zusammengefügtes Experimentierfeld aus vielen elementaren Teilchen, ein sehr lebendiges Modell. Eine Kommune, die seit Jahren schon von Bund und Land genau betrachtet und erforscht wird. Man schaut auf uns und das mit großem Interesse. Es wird mitgeschrieben und dokumentiert, wie wir mit Krisen umgehen. Es wird digitalisiert und gleich erforscht, wie und ob das polarisiert. Man sieht gespannt zu, wie wir aus all dem Schwierigen das Beste machen und wird unsere Erfahrungen vor Ort und die von uns entwickelten Strategien dann vielleicht auf andere Gebiete und die Bewältigung der globalen Krise übertragen. Bis es soweit ist, werden in dieser, in bestem Sinne schrägen, langen Aktivistenstadt noch Jahre vergehen. 

 Natürlich heißt das nicht: Luft anhalten, Augen zu und schlafwandeln. Sondern, Autos stehen lassen und tief durchatmen. Jeder einzelne Mensch hat die Pflicht in neuen Kategorien nicht nur zu denken, sondern auch zu handeln. Für nachfolgende Generationen. ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:17:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nichts-schwebt-aber-die-wupper-bleibt-im-fluss</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-61]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kultur ist, was sich sieht]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-ist-was-sich-sieht</link><description><![CDATA[ Heute ist einer dieser Tage, an denen die Kolumnen mit „Eigentlich …“ beginnen, weil zwar ein Thema im Kopf kursierte, das Weltgeschehen allerdings jedem Kulturplan entgegen strebt. Um den Darstellungsdrang selbstverlegen(d)er AutorInnen sollte es gehen, um fehlende Achtung vor dem Niveau und der Lesenszeit des Publikums, um Egomarketing, Überheblichkeit und Minderwertigkeitskomplexe, um den Spagat zwischen Über- und Unterschätzung, zwischen Geld und Geltung, und eigentlich sollte an plakativer Stelle der Ausruf platziert sein: „Lassen Sie mich durch, ich bin Dichter!“ 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Dann aber fielen mir mehrere vorweihnachtliche Gespräche ein, mit aus dem Erwerbsleben geworfenen Passanten, die um Hilfe baten und erzählten, wie schwer es sei, an kalten Abenden und in der Genusssucht des großen Gebimmels etwas Aufmerksamkeit und ein paar Münzen zu bekommen. Freiberufler, darunter auch Künstler, geben anscheinend – je nach aktuellem Wasserstand in der Tasche – mehr, denn sie haben selbst eine Vorstellung vom ungesicherten, prekären Leben und von der Frage, wer sie denn eigentlich brauche. Dabei braucht die Gesellschaft uns alle: die Scheiternden und Erfolglosen als beispielhafte Druckmittel für den seriös erfolgreichen Lebensgang, „etwas zu werden“, die unklaren, ungewissen Geister ebenso (Hauptsache, sie konsumieren), und die künstlerisch Tätigen zumindest als Zierrat, manchmal auch als Leistungsträger des Kulturlebens, das hinter den Kulissen auch gehörigen Umsatz und bare Münze schafft. Es liegt mir fern, Not und Freiheit unangemessen zu verbrüdern und lebensfremde Idyllen des Randständigen zu schaffen. Es geht hier nur um den häufigen Fingerzeig für die Kinder: „Werde bloß nicht wie die!“ 

 Vor drei Tagen eröffnete die uralte Stadt Plowdiw in Bulgarien ihr Jahr als „europäische Kulturhauptstadt“, unter dem Motto „Zusammen“, was sowohl ethnisch als auch ethisch gemeint ist. Plowdiw hat die Einwohnerzahl von Wuppertal ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:15:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-ist-was-sich-sieht</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-60]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Der Wandel geschieht im Dazwischen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/der-wandel-geschieht-im-dazwischen</link><description><![CDATA[ Zwischen den Jahren, dem ausklingenden 2018er und im noch jungen, gerade beginnenden Jahr 2019 begleitet uns trübes und regnerisches Wetter. In einem dunklen Ölberger Treppenhaus begegnete mir Mitte letzter Woche der Maler Bernd Bähner. Seit vielen Jahren hat er einen Atelierladen auf der Marienstraße und organisiert vierteljährlich den Ölberger Kunstmarkt auf dem Otto-Böhne-Platz. Inspiriert und charmant weise erklärte er: „Diese Tage sind ganz besonders. Sie sind irgendwie zeitlos.“ 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Damit spielte er auf die alte heidnische Tradition der Rauhnächte an, die am 21. Dezember beginnen und bis zum 6. Januar dauern. Sie stehen für eine Zeit, in der nicht oder im herkömmlichen Sinn weniger gearbeitet wird. Viele nutzen sie, um Zeit mit der Familie zu verbringen, einfach mal Luft zu holen und wenig zu tun, das Jahr Revue passieren zu lassen und sich auf alles Neue einzustimmen. Andere verbinden sie aktiv mit Ritualen, räuchern die Wohnungen, meditieren und nutzen die Zeit, um den Keller zu entrümpeln oder sich über das „Magic cleaning“ der Japanerin Marie Kondo auszutauschen. Mir gefällt sie, diese Zeit des Rückzugs. Sie lädt dazu ein, den Trubel der Ereignisse sacken und wirken zu lassen, sie zu verdauen. 

 Was war los im letzten Jahr? Für das Freie Netzwerk Kultur gehörten „Kunst und Transformation“, „Kunst trifft Wirtschaft“ und auch das Engagement für das Pina Bausch Zentrum dazu, für das der Rat kürzlich im Dezember abgestimmt hat. Die Diskussion um die Tanztheater-Leitung hat in den häufig wenig durchschaubaren Varianten viele verunsichert. Für alle und alles gilt, dass Kommunikation und ein konstruktives und nachhaltiges Weitergehen schlicht weiterhelfen. Der Wandel geschieht im Dazwischen, so erinnere ich an Reiner Kaufmann, einen Kunstaktivisten vom „Gelben Haus“ in Recklinghausen, der kürzlich Kontakt zum Freien Netzwerk Kultur aufnahm und betonte, dass Transformation in Zwischenräumen geschehe und gute ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:14:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/der-wandel-geschieht-im-dazwischen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-59]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Alle Menschen werden Geschwister]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/alle-menschen-werden-geschwister</link><description><![CDATA[ Unmittelbar vor und kurz nach Weihnachten haben mich zwei Dinge besonders beschäftigt, die merkwürdig miteinander korrespondieren. Das eine war wie eine vorgezogene Weihnacht, ein „frohes Fest“: Aeham Ahmad, der „Pianist aus den Trümmern“ Syriens, gab ein leidenschaftliches Gastspiel im übervollen Café Swane, zusammen mit dem aus Geflüchteten entstandenen Ensemble „Al Watan“. Ich durfte an diesem 23. Dezember aus seiner Autobiografie „Und die Vögel werden singen“ lesen. Das zweite – man möge mir diese krude Verbindung nachsehen – war die Fernsehserie „Bad Banks“, die man noch bis Mitte Februar in der ZDF-Mediathek finden kann. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Für manche ein alter Hut, fand ich erst jetzt, zwischen den Jahren, Gelegenheit, sie zu sehen. Ich empfehle sie. Sie erzählt von einer Welt, in der die Karriere alles ist. Nicht das Geld spielt die Hauptrolle, es ist nur der Einsatz in einem großen Spiel. Seine Protagonisten sind Spielsüchtige, Narzissten, die den größtmöglichen und riskantesten Sieg davon tragen müssen, um gleich darauf den noch größeren Deal anzustreben. Sie tun dies spekulativ, das Geld ist nicht greifbar, es bleibt virtuell. Ihre Gewinne und Verluste haben allerdings Ursachen und Auswirkungen auf unsere „wirkliche Welt“, bedeuten Tote oder Beraubte, Armut und Gewalt. Sie verändern unsere Welt mit Macht. Ich erschrak darüber, wie ich die Zocker-Mentalität nachvollziehen zu können glaubte, darüber, wie diese unsere Welt im Innersten zusammenhält – oder etwa nicht? Musik spielt dann nur die Rolle eines angenehmen Hintergrundrauschens, Kunst ist bestenfalls Investitionsobjekt, Bücher sind nur von Bedeutung, wenn sie einem unmittelbar nützen – kurz: Vieles von dem, was meine persönliche Lebenswelt ausmacht und in ihr Wert besitzt, ist in jener Welt nur Staffage, nettes aber unbedeutendes Beiwerk – und vor allem: käuflich. 

 Die Zeit zwischen den Jahren, die ich sonst so schätze und genieße, brachte mir diesmal nicht die ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:12:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/alle-menschen-werden-geschwister</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-58]]></dc:identifier></item></channel></rss>