﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 02:04:29 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Januar 2024</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2024-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2024-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Einfach Mensch sein: Mit Kultur für eine gemeinschaftliche Zukunft]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/einfach-mensch-sein-mit-kultur-f252r-eine-gemeinschaftliche-zukunft</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/717/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/717/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Einfach Mensch zu sein“ hieß es am letzten Samstag beim Ausklang der Premiere des „théâtre du pain“ auf der Bühne der ausverkauften Insel. Im wilden Tanz von Dada, Sinn und (Über-)Mut krönte der eher stille Song eine der letzten Szenen des Programms „Neues aus Samaschaß“. Der Abend mit Mateng Pollkläsener, Hans König und Wolfgang Suchner war voller Absurditäten, Wortgefechte und -witze, die viel Gelächter und gleichzeitig eigentümlich berührende Momente mit sich brachten. So eigenwillig sich Erlebnisse für jede und jeden verknüpfen können: Der Abend verband sich mir mit Worten des Vorabends. „Seid Menschen“ sagte Margot Friedländer in einem Tagesthemen-Interview, sie, die als 102 Jahre alte Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin unermüdlich mit vielen überwiegend jungen Menschen im Gespräch ist. Ihr, der ihr damals die eigene Identität, das Menschsein genommen wurde, klärt über die Verbrechen der Nationalsozialisten auf, eindringlich auch zum 27. Januar, dem internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des dritten Reichs. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Es ist ermutigend, wie viele Menschen an diesem Wochenende deutschlandweit wieder auf den Straßen waren, um gegen Rechtsextremismus und Rassismus und für ein friedliches, weltoffenes und demokratisches Zusammenleben zu demonstrieren. In öffentlichen Räumen, mitten in der Stadt, zeigen Menschen, Initiativen und Bündnisse solidarisch, wofür sie stehen. Das Empören und Aufstehen verbindet, Kulturorte führen Menschen zusammen: All sie prägen und verändern damit unsere Kultur. Am letzten Freitag war ich zum „Dinner for Future“ in die Färberei geladen, bei dem sich Engagierte aus über 35 Initiativen – bei beigesteuerten köstlichen Speisen – dazu austauschten, mit welchen Lösungen sie den Herausforderungen des Klimawandels und dem nahenden Klimakollaps begegnen. Zukunftsweisende Ansätze waren dabei: Permakulturhof, Ernährungsrat, Talbuddeln, Weben für Morgen und weitere. ...]]></description><pubDate>Tue, 30 Jan 2024 22:46:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/einfach-mensch-sein-mit-kultur-f252r-eine-gemeinschaftliche-zukunft</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-717]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kultur gegen Brandstifter]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-gegen-brandstifter</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/716/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/716/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Vor fünfzehn Jahren – und genau 50 Jahre nach dessen Uraufführung – inszenierte ich am Stadttheater Annaberg-Buchholz den modernen Klassiker „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch. Damals las ich das Stück im Lichte der vor allem im Osten längst verwurzelten „Neuen Rechten“. Diese verzichtete – wie unsere „Brandstifter“ – zunehmend auf martialische Signale wie Springerstiefel, Glatzen oder Bomberjacken und etablierte sich in der Gesellschaft durch eine Doppelstrategie aus Einschüchterung und Anbiederung: Ihre Akteure spendeten Kuchen beim Kinderfest und Bälle für den Sportverein. Sie organisierten „Hausaufgabenhilfe und Ferienbetreuung“ oder fuhren „an die mitteldeutsche ‚Hochwasserfront‘, um Sandsäcke zu schleppen“ (Die Zeit, 21. Juni 2007). Nur hin und wieder entfesselte sich die Gewalt. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Hunderttausende Menschen sollen allein letztes Wochenende in Deutschland auf die Straße gegangen sein, um „gegen Rechts“, Hass und Hetze, für Solidarität und eine starke demokratische Gesellschaft zu protestieren. Diese Dimensionen erstaunen und machen Mut. Beinahe wirkt es, als hätten wir nur auf ein Signal gewartet, um endlich hervortreten zu können: Wir sind da, uns eint etwas, wir wollen gemeinsam unsere Zukunft gestalten. 

 Auslöser waren die Enthüllungen der Journalistenplattform Correctiv: Bereits im November 2023 waren AfD-Politikerinnen, Neonazis und finanzstarke Unternehmer in einem Hotel bei Potsdam zusammengekommen, um nichts Geringeres als die Vertreibung von Millionen von Menschen aus Deutschland zu planen. Doch alles, was jetzt von diesem „Geheimtreffen“ bekannt wurde, liegt seit Langem in den Wahlprogrammen und Aussagen der AfD offen zu Tage, wie bei den Brandstiftern, denen Biedermann wieder und wieder Vertrauen schenkt: „Wir werden Ausländer in ihre Heimat zurückführen. Millionenfach. Das ist kein Geheimplan. Das ist ein Versprechen. Für mehr Sicherheit. Für mehr Gerechtigkeit. Für den Erhalt ...]]></description><pubDate>Tue, 23 Jan 2024 21:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-gegen-brandstifter</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-716]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Zurück in die Zukunft der bildenden Kunst]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/zur252ck-in-die-zukunft-der-bildenden-kunst</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/713/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/713/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Kunststation im Bahnhof Vohwinkel – schön war‘s … und, naja, ehrlich gesagt als Experiment auch ganz schön anstrengend. Aus diesem Grund geht es im neuen Jahr mit unseren Vorhaben erst einmal zurück ins eigene Atelier. Dort, unterm Haus, hinten im Hof, laden wir unsere Akkus immer wieder neu auf. So halten wir den Belastungen einer Solo-Selbstständigkeit in künstlerischen Berufen schon seit über 30 Jahren stand, und bei so alten Akkus wie unseren beschleunigen kurze Pausen bekanntlich den Ladevorgang. Vor allem, wenn es schnell gehen muss, denn schon im Mai planen wir, mit der Neuen Kunststation und einem frisch angepassten Konzept wieder durchzustarten. Die Räume der ehemaligen Expressgut-Abfertigung im Bahnhof Vohwinkel, die wir zehn Jahre lang als selbstorganisierte Projekträume für künstlerische Positionen in erster Linie der breiten Öffentlichkeit und erst dann den Kollegen und Kolleginnen kostenfrei und ehrenamtlich zur Verfügung gestellt hatten, stehen einschließlich Tunnel wieder leer. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Diesmal komplett entkernt und besenrein, also erheblich aufgeräumter hinterlassen als vorgefunden, und darüber hinaus mit einer Aura versehen, die von denkwürdigen Kunsterlebnissen in Gemeinschaft erzählt. Mit diesen wertvollen Erinnerungen und der Erfahrung, die wir an einem Bahnhof gemacht haben im Gepäck, ziehen wir ein paar Straßen weiter und lassen dabei fürsorglich fünf „Artefakte der Identität“ zurück. So nannte Erik Schönenberg, Kurator und damaliger Vorsitzender des Neuen Kunstvereins Wuppertal, die Marmor-Skulpturengruppe von Eckehard Lowisch auf dem Bahnhofsvorplatz, als die Vorbereitungen 2014 für dieses Großprojekt anliefen. Kleines Gespenst, Alto, Seltene Erde, Big Red und Becky Thatcher (gelesen von links nach rechts) machen heute ein Prozent der 500 Skulpturen aus, die sich im Sammlungsbestand des Von der Heydt-Museums befinden. 

 Eine skulpturale Intervention mitten im ...]]></description><pubDate>Tue, 16 Jan 2024 20:55:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/zur252ck-in-die-zukunft-der-bildenden-kunst</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-713]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Der Klimawandel der Gemüter]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/der-klimawandel-der-gem252ter</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/709/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/709/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max-Christian Graeff 

 Vorbei sind sie, die stillen Tage des Jahreswechsels, prall gefüllt mit dem Anheften beendeter Projekte, dem Umschichten verdrängter Ablagekörbe und dem Sichten nachgelassener Bücherhalden, deren Vorbesitzer sich Sorgfalt und Umsicht für die Sammlungen gewünscht hatten: viel gelesene Publikationen aus einer noch grenzenlos scheinenden Welt, die meisten derzeit kaum verkaufbar, denn nach jedem großen Weltenruck geht der Gebrauchtmarkt für anspruchsvolle Bücher erstmal in die Knie. Dabei ist es so hilf- und erkenntnisreich, sich gerade dann durch die Regale zu lesen, wenn im Gemüt mal wieder das Hochwasser steht. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C.Paravicini 

 Nun also Schluss damit; der Alltag ist zurück, im frostigen Garten klirren die Meisenknödel und die ersten Mailkaskaden stürzen durchs Büro, Antwort auf alle liegengebliebenen Fragen verlangend. Das Jahr kommt flott daher; schon müssen exakte Pläne für den Sommer raus, Werbetexte für Herbstkonzerte, Abgabe- und Drucktermine. Tickets buchen, Farben für Kinderkurse kaufen, Nebenkosten kalkulieren, als wäre all das gut planbar und als sänge der Narr in Shakespeares König Lear zu Recht: „Wer nur ein bisschen Verstand behält, / hopp heißa, bei Regen und Wind, / der füge sich still in den Lauf der Welt, / denn der Regen regnet jeglichen Tag.“ – Doch das ist lange her und der Narr das, was er ist: ein Weiser, der so reden muss. Der Kulturdienstleister kommt logistisch bereits ins Schleudern, wenn er trotz Streik heute in Frankfurt die Retrospektive des (WZ-)Cartoonisten Polo vorbereiten darf … 

 „Ja, mach nur einen Plan …“ – Brechts Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens stand bei den frei in allen Kunst- und Kultur-Sektoren Beschäftigten schon immer unter den Top Ten. Dabei wird im Kultur- wie im Bildungswesen nicht nur trotz, sondern gerade wegen der gesellschaftlichen Unsicherheit Hochleistung gefordert: Grundlagen fürs Verständnis schaffen, zivilisierte ...]]></description><pubDate>Wed, 10 Jan 2024 07:33:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/der-klimawandel-der-gem252ter</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-709]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Ein Martin für alle: Plädoyer für den persönlichen Zugang zur Kunst]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/ein-martin-f252r-alle-pl228doyer-f252r-den-pers246nlichen-zugang-zur-kunst</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/707/petergrabowski.jpg" length="114880"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/707/images/petergrabowski-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Peter Grabowski 

 Das allererste Mal in einem Kunstmuseum war ich mit 22. Ein Freund hatte mich mitgenommen, genauer gesagt hatte Martin mich überredet, ihn zu begleiten. Nur deshalb stand ich auf den Tag genau heute vor 34 Jahren im Kölner Museum Ludwig vor Salvador Dalis großformatigem Gemälde „Der Bahnhof von Perpignan“. Man kann das Bild kaum anders beschreiben, als eine im wahren Sinne des Wortes irre Kombination aus scheinbar zusammenhanglos platzierten Menschen, landwirtschaftlichen Gerätschaften, einer Lokomotive und dem gekreuzigten Christus. Nicht nur den Gottessohn bemerkt man in Dalis gekonntem Spiel mit Licht und Schatten erst nach längerem Hinsehen, aber umso nachdrücklicher. Ich war wie vom Donner gerührt. In diesem Moment habe ich verstanden, was Kunst kann und vielleicht nur sie: Uns die Welt so zeigen, wie sie eben nicht ist, aber sein könnte. 

   
Peter Grabowski - Foto: Sabina Sabovic 

 Dieser Augenblick hat nicht weniger als mein Leben verändert. Das klingt übertrieben und auch etwas kitschig, ich weiß das, aber es ist wahr: Plötzlich hatte ich – der Sohn einer Verkäuferin und eines Drehers, der bis dahin weder im Theater noch in einem klassischen Konzert gewesen war, geschweige denn in einem Kunstmuseum – Zugang zu einem neuen und ganz eigenen Kosmos bekommen. In den Jahren seither habe ich vieles im Leben erst durch die Kunst wirklich verstanden: Literatur und Malerei, Schauspiel und Film haben mir Einsichten verschafft, die ich ohne sie vermutlich nicht hätte. Heute habe ich sogar beruflich mit Kunst zu tun und berichte als Journalist deutschlandweit über Kulturpolitik. Ob all das auch ohne meinen Freund Martin passiert wäre, der mich an diesem kalten, sonnigen Januartag 1990 mit ins Museum geschleppt hat? 

 Mehr als 80 Prozent der Erwachsenen hierzulande befürworten in Umfragen die staatliche Finanzierung von Kultureinrichtungen. Doch nur halb so viele sagen, dass sie die Theater, Museen und Bibliotheken auch selbst ...]]></description><pubDate>Wed, 03 Jan 2024 07:43:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/ein-martin-f252r-alle-pl228doyer-f252r-den-pers246nlichen-zugang-zur-kunst</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-707]]></dc:identifier></item></channel></rss>