﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:53:48 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Dezember 2020</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/dezember-2020-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/dezember-2020-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kann das weg?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kann-das-weg</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/256/img-torsten-krug6.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/256/images/img-torsten-krug6-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 In einem sehenswerten Beitrag auf 3sat über Frauen in der Theaterwelt berichtet eine Regisseurin davon, wie sie sich einmal geweigert habe, körperliche Gewalt gegen Frauen auf der Bühne darzustellen. Sie wolle das nicht reproduzieren. Der (männliche) Intendant hielt das für geboten, und da die Regisseurin auf ihrem Standpunkt beharrte, wurde ihr die Regie entzogen. Diese Haltung der Regisseurin beeindruckt mich. Ich kann sie gut nachvollziehen. Seit Jahren beschäftigen mich die Widersprüche, in die wir Theaterschaffenden geraten, indem wir auf der Bühne gesellschaftliche Phänomene anprangern und sie im Theaterbetrieb oft strukturell wiederholen. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 In einer Kolumne sind assoziative Sprünge erlaubt, und so komme ich gleich zur »Cancel Culture«. Von englisch »to cancel« = absagen, meint es das Boykottieren von Persönlichkeiten und deren Schaffen, weil sie sich in außergewöhnlichem Maße politisch unkorrekt äußern oder verhalten. Der negativ konnotierte Begriff kommt einem Brandmarken gleich. Gleichzeitig ist das Engagement beispielsweise gegen das unreflektierte Wiedergeben antisemitischer Klischees oder für gendergerechte Sprache ein wichtiger Aspekt vor allem linker Kulturkritik. 

 Die Kabarettistin und Autorin Lisa Eckhart ist so ein strittiger Fall. Würde man ihre Programme nach US-amerikanischer Manier canceln, bliebe oft nur »Schönen guten Abend, meine Damen und Herren« übrig. In der Garderobe befragt, ob sie das, was sie da auf der Bühne formuliere, auch privat sagen würde, reagiert Eckhart verblüfft: »Niemals!« Und geht noch einen Schritt weiter: Niemand sollte so etwas privat sagen dürfen (!). Aber: Man solle ihr auch nicht die Narrenfreiheit streitig machen. 

 Till Eulenspiegel, ein altes Rollenmodel für uns Künstlerinnen und Künstler, durfte in seiner Rolle des Narren alles sagen und bloßstellen, ohne dafür belangt zu werden. Ja, er wurde gerade dafür bezahlt, verehrt oder ...]]></description><pubDate>Thu, 31 Dec 2020 15:05:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kann-das-weg</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-256]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kennen Sie das TINA-Prinzip?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kennen-sie-das-tina-prinzip</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/255/img-tine-lowisch6.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/255/images/img-tine-lowisch6-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Als ich im Sommer in einer Rezension von einem Prinzip, das TINA heißt, gelesen habe, habe ich den Text, der mir ein ganz besonderes Buch empfiehlt, sofort zur Seite geworfen und die ersten Sätze, die ich nur oberflächlich überflogen hatte, einfach verdrängt. Ganz sicher hing meine spontane Reaktion damit zusammen, das mich die Aufschlüsselung des Akronyms, dieses vertraut daherkommende Wörtchen, dieser vermeintlich kosende Rufname aus Anfangsbuchstaben einer übersetzten Behauptung, dieses TINA – There Is No Alternative – Dings geradezu brüsk entrüstet hatte. Keine Ahnung warum, aber es trifft mich jedes Mal bitter, wenn mich jemand Tina nennt. Das ist dann so, als würde ich mich in einem Raum mit jemandem befinden, der mir das Gefühl gibt, ich würde alles falsch machen. Ja, man wird empfindsam dieser Tage in Klausur. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Erst vor ein paar Tagen, beim Altpapier und Lesestoff entrümpeln, habe ich dann den TINA-Text wiedergefunden und ihn, sozusagen um ihn zu überwinden, bei dieser Gelegenheit noch einmal genauer durchforstet. Da stand, fast im letzten Satz: „Das TINA-Prinzip ist es, das wir angesichts des Corona-induzierten Ausnahmezustands durchbrechen sollten.“ Was für eine Erlösung. Beim zweiten Leseanlauf geht es zu meiner Überraschung doch wohl eher darum, das TINA-Prinzip, das in unserer kapitalistischen Lebensweise immer noch wirkt, aus Überzeugung abzuschaffen und zu überwinden. 

 Was genau heißt das jetzt und worum geht es da? Nimmt man zum Beispiel Themen, die die Lebensqualität ausmachen, Themen wie Gesundheit, Bildung, Kultur und Wohnen und überlässt sie nicht mehr nur dem neoliberalen Markt, kippt man so wohl dieses TINA-Prinzip. Und auf einmal hört sich das Ganze für mich perfekt und dermaßen spannend an, das ich mir das dazu passende Buch von Rahel Jaeggi: Kritik von Lebensformen, es erschien allerdings schon 2013 bei Suhrkamp, sofort wie elektrisiert, unter den ...]]></description><pubDate>Wed, 23 Dec 2020 10:15:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kennen-sie-das-tina-prinzip</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-255]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Lautes Schreiben in stiller Nacht]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/lautes-schreiben-in-stiller-nacht</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/254/img-max-christian-graeff5.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/254/images/img-max-christian-graeff5-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 „Ach …“ – was lässt sich anderes sagen, lang nachhallend in der Erinnerung daran, wie einfach es war, pünktlich zum Advent über die Bimmelbuden und verrosteten Glühweinkanister zu spotten, über das saisonal geizige „Nein“ zu Münzensammelnden und über die grassierende Gier aufs Optimum des global glitzergleißenden Geschenkeglücks. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Letztes Jahr war der Nassmarkt in Wuhan noch geöffnet und gerade mal 30 Infizierte weckten einen schnell abgewehrten Verdacht. Die Welt war nicht in Ordnung, aber wir konnten sie uns nochmal schönfeiern. Hauptsache! Und nun? Tausend Zahlen singen uns ein Lied, die Sternbilder am Himmel sind heuer Diagramme und bis zum Hals stehen wir in der Dünung und warten, dass die Wasser fallen. Bei so vielen Selbstständigen aus Gastronomie, Veranstaltungswelt und Kultur herrscht Verzweiflung und jede Welle vergrößert das Dilemma: Je prekärer die Situation ist, desto weniger mag man täglich davon hören. Was sollen wir denn schon tun? 

 Da gäbe es einiges. Zum einen wäre mal zu errechnen, welche Summen man in der zwangsläufig vergnügungsfreien Zeit gespart hat, sofern sie nicht in Selbstbelohnungen wie den neuen Laubbläser oder den dritten Kochautomaten flossen. Zumindest den Rest könnte man schenken, an jene, die in dünnen Booten und Zelten hocken und im Coronajahr mehrfach untergingen, im Wasser, im Feuer, im Schlamm und in unserer Aufmerksamkeit. 

 Oder an die Gören von nebenan, die – immer noch ohne Tablet – zum Nichtlernen gezwungen sind. Oder natürlich auch (hätten Sie hier anderes erwartet?) an die freien, nichts mehr verdienenden Künstler*innen, denen nun die zweite Jahresplanung verdampft. Wenn Sie selbst dieses Jahr noch gelassen nehmen können, dann geben Sie doch auch gelassen das, was sonst gleichwohl geflossen wäre.  

 Wobei Geld natürlich nicht alles ist: Eine famose und durchaus weihnachtliche Aufgabe wäre, zumindest mit dem täglichen Denken ...]]></description><pubDate>Wed, 16 Dec 2020 11:40:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/lautes-schreiben-in-stiller-nacht</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-254]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Auf dem Hochseil meist ohne Netz]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/auf-dem-hochseil-meist-ohne-netz</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/252/img-utevoelker1.jpg" length="165724"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/252/images/img-utevoelker1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Ute Völker 

 Vielfalt macht nicht nur die Kunstszene im Tal aus, vielfältig sind auch die Lebensmodelle der Kulturschaffenden. Deshalb greifen auch die Hilfspakete der Bundes- und Landesregierung nur schwer, da sie zum Teil von Lebensbedingungen der Künstler ausgehen, die es in den seltensten Fällen so gibt. Nehmen wir zum Beispiel das letzte Paket, die einmalige 5000 Euro-Finanzhilfe, die beim nachweislichen Verlust von 80 Prozent des Einkommens im Vorjahr einsetzt. Die Rettung im Lockdown, in dem die Kultur komplett hinter Schloss und Riegel verbannt wurde! 

   
Ute Völker - Foto: Völker 

 Aber was, wenn der Musiker die Hälfte ihres Einkommens aus dem Unterricht an der Bergischen Musikschule bezieht und den Rest durch Konzerte bestreitet? Beides keine hohen Einnahmen, aber zusammengerechnet reicht es allemal für einen Eintopf unter der Woche und ein fürstliches Mahl am Wochenende. Nur: Jetzt im Lockdown, im lukrativen Weihnachtsgeschäft, bricht die eine Hälfte weg. Das Sonntagsessen ist gestrichen und der Eintopf wird mit Wasser und Fantasie zu einem Süppchen verlängert. 

 Die von der Regierung versprochene Hilfe scheint zum Greifen nahe, aber sie ist es nicht, denn 50 Prozent des Einkommens gibt es ja noch, dank des Musikschul-Jobs, der – wenn auch nur online – immerhin noch läuft. Damit ist aber auch die Hilfe passé. Nur können sich die wenigsten vorstellen, dass 50 Prozent bei Musikern oft unter der Hartz-4-Marke liegt. Der Musiker beißt ins trockene Brot und hofft auf bessere Zeiten. 

 Solche Fälle gibt es zuhauf. Deshalb haben sich Kulturschaffende und das Kulturbüro in Wuppertal im Frühjahr zusammengeschlossen und kochen seitdem zusammen einen „Eintopf“: einen Topf, der Künstlern hilft, Weihnachten nicht vor einem leeren Suppentopf zu sitzen. Der Eintopf springt unkompliziert ein, wenn es einen Engpass bei der Mietzahlung gibt oder das Einkommen nicht mehr für die Stromrechnung ausreicht, da die Konzerte der Saison ersatzlos gestrichen ...]]></description><pubDate>Wed, 09 Dec 2020 10:08:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/auf-dem-hochseil-meist-ohne-netz</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-252]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Stören für ein Miteinander]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/st246ren-f252r-ein-miteinander</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/251/img-uta-atzpodien3.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/251/images/img-uta-atzpodien3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Warum liegt mir und anderen Kunst so am Herzen? Warum sind Kunst und Kultur schlicht wichtig und relevant? Und warum wird zugleich ihre Systemrelevanz – mehr als je zuvor – in Frage gestellt? Ganz einfach: Kunst stört, bewegt, regt an und vermag es, Menschen – ob unerwartet oder geplant – aus den alltäglichen Gewohnheiten zu reißen. Sie lädt zum Nach- und Umdenken ein, öffnet neue Wege und sensibilisiert uns für die uns alle betreffende gesellschaftliche Zukunft. Klar, Abstand halten ist in Covid-Zeiten unausweichlich: physisch und sozial. Gerade hier scheint Kunst gefragt, denn sie vermag zu berühren: „To touch and to be touched.“ 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Meine Sehnsucht nach Analogem und physischer Präsenz stillt sich momentan eher draußen in der Natur oder eben zuhause. Parallel laden die digitalen Medien zu einem virtuellen Nomadentum ein, eine mitunter spannende Reise, auch wenn sie weniger vermag, emotional tiefe Erfahrungen auszulösen. „Under Construction“ ging am Sonntag zu Ende, das digitale Festival im zukünftigen Pina Bausch Zentrum. Über 1000 Zuschauer verfolgten zu Beginn die Tanztheater-Produktion „das Schiff ist das Schiff … das Stück mit dem Schiff goes digital“, die auf die Vorderseite des alten Schauspielhauses projiziert und als Mix digital gestreamt wurde. 

 Das umfangreiche zehntägige Under Construction-Programm aus Workshops, Gesprächen, künstlerischen Skizzen, Plänen und Wünschen für das Pina Bausch Zentrum war abwechslungsreich. Digital wurde es leider nur spärlich verfolgt: Es lohnt sich, die Mediathek noch zu erkunden. „Wir bauen zusammen ein Haus“ ist am Schauspielhaus zu lesen, als erstes kreatives Zeichen für eine offene Gemeinschaft, die hier entsteht. Auch der 90-minütige Film „Büro für künstlerische Praxis“ via Freies Netzwerk Kultur hat dazu beigetragen. Innerhalb von kurzer Zeit ist er aus filmischen Beiträgen von inspirierten Kunstschaffenden entstanden: Hier kamen die eigene ...]]></description><pubDate>Wed, 02 Dec 2020 11:05:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/st246ren-f252r-ein-miteinander</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-251]]></dc:identifier></item></channel></rss>