﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 13 Mar 2026 14:08:46 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Mai 2019</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/mai-2019-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/mai-2019-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Schönheit im Makel]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/sch246nheit-im-makel</link><description><![CDATA[ Vergangenes Jahr hatten wir den Schriftsteller und Japan-Begeisterten Christoph Peters bei „Literatur auf der Insel“ zu Gast. Als Zugabe brachte er einige zum Teil Jahrhunderte alte Teeschalen mit, die er behutsam auspackte und präsentierte. Zu jeder konnte er eine Geschichte erzählen. Bei ihm zu Hause stehen sie dutzendweise im Regal. Ein besonderer Gedanke, der mich seither begleitet, ist der des „Kintsugi“, der traditionellen Art, gesprungene Keramik zu reparieren. Wenn eine Teeschale zerbrochen ist, versucht „Kintsugi“ nicht, die Makel der Reparatur zu verbergen, sondern hebt diese durch die Verwendung von Gold- oder Silberpigmenten im Lack hervor – und schafft so eine völlig neue Schönheit und Wertschätzung des ursprünglichen Objekts. Die Ästhetik, die hinter „Kintsugi“ steckt, ist „Wabi-Sabi“ und bedeutet so viel wie: die Schönheit im Vergänglichen, Alten oder Fehlerhaften erkennen. Eine einst zerbrochene Teeschale ist nicht weniger wert als eine makellose, neue Schale, sondern erlangt durch die aufwendige Restauration einen einzigartigen, unschätzbaren Wert. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Vergangenen Freitag feierte Karussell, die Bergische Zeitschrift für Literatur, das Erscheinen ihrer neuen Ausgabe unter dem von Else Lasker-Schüler inspirierten Titel „Ich & Ich – Das Selbst im Taumel“. Vier Leserinnen und ein Leser präsentierten ihre Texte aus dem aktuellen Heft und widmeten sich dem Gespräch mit den Redakteuren. Zur Literatur Biennale 2016 mit neuem Konzept und neuer Ästhetik gestartet, versammelt Karussell zweimal im Jahr Literatur aller Gattungen um einem jeweiligen thematischen Schwerpunkt. Texte erreichen die Wuppertaler Redaktion nicht nur aus dem Bergischen, sondern aus ganz Deutschland, Frankreich, Österreich, den USA oder der Schweiz, darunter solche namhafter Autoren wie etwa des Dichters SAID oder von Wolfgang Butt, dem Übersetzer von Per Olov Enquist. Viele der Autorinnen und Autoren jedoch bewegen sich in der ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:56:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/sch246nheit-im-makel</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-79]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunst trifft Politik im Rathaus Barmen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-trifft-politik-im-rathaus-barmen</link><description><![CDATA[ Und wieder einmal haben wir uns alle auf ein sehr spannendes Experiment eingelassen.Wir tun dies mit ansteigender Begeisterung seit unserer Gründung im Rahmen unserer Jour Fixe Reihe, die im Kern und mit viel Herzblut von Uta Atzpodien und Lars Emrich – zwei von unseren fünf Vorstandsmitgliedern, vorbereitet wird. Was passiert da? Unser Freies Netzwerk Kultur lädt sich als große Gruppe von freischaffenden Kunst- und Kulturgestaltern in Orte innerhalb dieser Stadt ein, an denen man, wenn man seine Wünsche, Empfehlungen und ja, auch seine Forderungen nicht nur in den eigenen Spiegel sprechen will, nicht vorbeikommt. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Wir laden uns ein in Gespräche, in denen über unser Schicksal entschieden wird und in die man sich alleine nicht so leicht empfehlen kann. Bringen jede Menge Bereitschaft mit, zu gestalten, damit in ein paar Jahren alle sagen können: Jetzt ist es in der Wuppertaler Kunst- und Kulturlandschaft so, wie es sein sollte. Oder, wie Immanuel Kants letztes Wort lautete: „ Es ist gut.“ „Gut soll’s werden. Sind wir endlich wieder gut? Sieh zu, dass es gut wird“, antwortet ihm im Loop darauf mein aktueller Lieblingskünstler Andreas Fischer mit seiner Installation, die es vor kurzem in der Kunsthalle in Düsseldorf zu genießen gab – bis es gut ist, dauert es wohl. 

 Für den Termin im Ratssaal in Barmen haben wir uns Unterstützung in der Moderation geholt, den Ablauf und die Struktur der Themen überlegt, Politiker aus Stadt, Land und Bund für den Dialog gewonnen und ein paar Fragen hatten wir natürlich auch im Gepäck. Welche Vision haben Politiker für Kunst und Kultur in Wuppertal und mit welchen Schritten wird der Weg zu dieser Vision beginnen? Oder: Welche Ideen haben die Entscheider in der Stadt, die vierte Säule „Bürgerbeteiligung – Forum Wupperbogen“ im Pina Bausch Zentrum als eigenständigen Betrieb zu etablieren und wie soll das realisiert werden? Dann zum Beispiel noch: Wie schaffen wir es, das Budget ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:54:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-trifft-politik-im-rathaus-barmen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-78]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wat dat darf und wat dat kann]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wat-dat-darf-und-wat-dat-kann</link><description><![CDATA[ Am Rande einer Demo in einer fernen Stadt beobachtete ich eine Alltagssituation: Sehr kleine Kinder erklommen die Sockel einer klassizistischen Schmuckbebauung und einige Eltern begannen darüber zu diskutieren, ob sie dies dürften oder nicht. Man war sich bezüglich Respekt, Gefahren und Gruppenverhalten uneinig, während die Kinder trittsicher Höhenmeter gewannen und weit über den Köpfen der Alten herumfeixten, was diese aber nicht bemerkten; bei ihnen ging es inzwischen um Allergien. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Auch der Abstieg verlief ohne Fehltritt, die Musik spielte und schließlich gingen alle nach Hause. Am Abend lief im TV der kleine Film, mit dem die wegen Lebensrettung angeklagte NGO Sea-Watch – nach Diskussionen, ob und wie man dies denn dürfe – den Wahlwerbeplatz von Die Partei füllen durfte: Ein Kind ertrinkt, still, ausweglos und unbemerkt. Wir schauen zu wie seit über 20 000 Ertrunkenen, und so viele fragen sich immer noch, ob die das denn dürfen: einfach unser geliebtes Mittelmeer wegsaufen. Während Parteichef Sonneborn erklären muss, dass dies keine Satire sei, verschreckt Böhmermann den Nachbarn Österreich mit harten Worten, der ORF sendet und distanziert sich, der Showmaster wird angeklagt; es bleibt unklar, auf wie vielen Ebenen hier die Satire spielt. 

 In Venedig fragt man sich zugleich, was an einem Boot, in dem Hunderte untergingen, Kunst sein soll. Genau diese Frage wird zum Werk – denn Kunst darf ja alles, wenn wir denn festlegten, ab wann sie ist, was sie ist. Zur selben Zeit ballern im beschaulichen Wuppertal diejenigen, die eine weitere Prüfung des Seilbahnprojekts verhindern wollen, mit argumentativer Bizarrerie auf jene, die nicht aufgeben, neue Wege des ausweglosen Stadtverkehrs zu untersuchen. 

 Um was es geht, spielt kaum noch eine Rolle, vermutlich inzwischen um Allergien. Und dann kommt die Kanzlerin für bezaubernde Fotos ins Tal, und der Flieger, mit dem sie mangels Bodenkollision nicht mehr ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:51:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wat-dat-darf-und-wat-dat-kann</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-77]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[„Asphaltliteratur“ kann Vorbild sein]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/asphaltliteratur-kann-vorbild-sein</link><description><![CDATA[ Weiß der Frühling eigentlich, was er will – oder was wir wollen? Plötzlich schneit es wieder, obwohl sich doch alles so nach dem Ausbruch des Frühsommers sehnt, als Gegenbeweis zu der Ungebremstheit der globalen Naturzerstörung. Wer einen Garten hat, optimiert die Sichtschutzzäune und legt neuen Sandstein aus Fernost unter den Grillplatz, als gäbe es Idyllen auf Bestellung. Zur Sicherheit ist der Flug auf die Malediven längst gebucht. Dieses Jahr kann absolut nichts schiefgehen! Und abends geht es ins Konzert, ein Event mit Wohlfühlgarantie, hochbewertet, totgelobt … – 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Gegen all das ist wenig einzuwenden, und was wäre unsere seltsame Stadt ohne ihre Ausprägungen der bürgerlichen Hochkultur, des Gesetzten und Bekannten, des Erfolgreichen und Gefeierten? Es stabilisiert das Renommee und fördert das Selbstwertgefühl, sogar in Zeiten einer ratlosen Europawahl und vergurkter Seilbahnabstimmng. 
Zeitgleich zeigen die Braunen Formationsmärsche und dröhnende Showelemente auf den Straßen, um das Land an ihren Geifer zu gewöhnen und Mitläufer-Abonnements zu generieren. Auch sie nutzen die Sehnsucht nach Idylle und Sicherheit, nach dem Plätzchen im Grünen, nach Geltung und Erfolg. Wären sie schon stark genug, würden sie viel vehementer in die Bildung und Genusskultur eingreifen, sie mit ihrer menschenfeindlichen Blut-und-Boden-Ideologie vereinnahmen und uns alle ihr Handwerk der Ausgrenzung und Zerstörung im Nu spüren lassen. Noch ist das Blut nur Wurst und das Kulturleben der demokratischen Bürger kräftig genug, um dem zu widerstehen, doch Verlässlichkeit ohne jedes Limit gibt es hierfür keineswegs. 

 Was tun? Ein Schritt wäre, die Gewohnheiten der viel zu lang geübten Innenschau aufs eigene Wohlergehen zu durchbrechen und den Blick auf die Welt nicht mehr nur durch den risikofreien Konsum des etabliert Bekannten zu füttern. In der Wahrnehmung der agilen Gegen- und Gegenwartskultur ist noch jede Menge „Luft nach ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:48:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/asphaltliteratur-kann-vorbild-sein</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-76]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Von einem Wandern zwischen den Welten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/von-einem-wandern-zwischen-den-welten</link><description><![CDATA[ Seine Stimme und seine Präsenz klingen nach. Am letzten Freitag reiste der irakische Autor Usama Al Shahmani aus der Schweiz an. Er war Gast bei „Literatur auf der Insel“ im Café Ada. Hier hat sich über die Jahre ein legendärer Abend entwickelt, eine Reihe, in der Literatur zum Begegnen einlädt, zum Teilen von Geschichten und Erfahrungen. Berührende Momente entstehen. Als Torsten Krug, Regisseur, Autor und Sänger, sich das Format vor fünf Jahren ausdachte, wurde die Musikerin Katrina Schulz zur Mit-Gastgeberin im Gespräch mit renommierten literarischen Gästen. Das (Mit-)Teilen prägt bis heute den Puls des Abends. Letztes Jahr durfte ich neben Torsten Krug die Staffel als Co-Gastgeberin übernehmen. Schon meine ersten Insel-Gäste, die Autorinnen Nino Haratischwili und Susan Kreller, vermittelten, wie aus dem Erinnern kraftvolle literarische und menschliche Impulse entstehen. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Das „Wandern zwischen den Welten“ begleitet mich seit vielen Jahren. Ganz konkret bekam ich es zu spüren, als ich Mitte letzter Woche aus meiner zweiten Heimat Brasilien wieder ins Tal zurückkehrte. Seit zehn Jahren war ich erstmals wieder auf weiter Flugreise unterwegs. In der vermeintlichen Fremde, in Lateinamerika, habe ich schon vor Jahrzehnten trotz herausfordernden politischen Konstellationen viel menschlich erfrischende Verbundenheit entdeckt. Dieses Wandern zwischen den Welten prägt nicht nur mein Leben, seit der Wiege das unserer halbbrasilianischen Söhne, sondern auch das Leben zunehmend vieler Menschen auf dieser Welt. Das Wandern ist zum Sinnbild unserer Gesellschaft im 21. Jahrhundert geworden. Wie gehen wir damit um? Was heißt es, traumatische Erlebnisse zu verdauen? Was bedeutet die Fremde? Wann entsteht ein Gefühl von Heimat und Vertrauen? 

 „Wer Honig gewinnen will, muss mit Bienenstichen rechnen“, zitiert Usama Al Shahmani ein arabisches Sprichwort, als er kraftvoll und mit Inbrunst im sehr gut besuchten Café Ada aus seinem ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:47:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/von-einem-wandern-zwischen-den-welten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-75]]></dc:identifier></item></channel></rss>