﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:55:37 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Oktober 2020</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/oktober-2020-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/oktober-2020-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kreativ für demokratischen Horizont]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kreativ-f252r-demokratischen-horizont</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/245/img-uta-atzpodien2.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/245/images/img-uta-atzpodien2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 All die Ausblicke und Perspektiven quer übers Tal: Sie überraschen immer wieder neu, erstaunen, beflügeln, trösten, selbst dann, wenn sie vertraut oder gar alltäglich sind. Dazu leuchten aktuell in allen Farben die Blätter, auf Bäumen, Büschen und Straßen. Selten führt uns die Natur eindringlicher die Buntheit unserer Welt vor. Selbst dann, wenn graue Wolken schwer über allem liegen oder uns nicht enden wollende Regengüsse durch den Tag begleiten. Wenn ich morgens aus meinem kleinen Dachgiebelfenster blicke, atme ich durch und betrachte die faszinierenden immer neu variierenden Himmelsszenarien über den Hügeln, bis zum Horizont. Das gibt mir Mut und Zuversicht, einen frischen Start in den Tag. 

   
Uta atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Das tut not, gerade jetzt. Die Zahlen steigen. Gastronomen, Kinobetreiber, Vertreterinnen kleiner und großer Veranstaltungsorte für Theater, Tanz, Musik, ganz zu schweigen von Künstlerinnen und Veranstaltungstechnikern, alle wissen kaum, wie die nächsten Monate, der Winter zu überstehen sind. Und wann, irgendwann wieder Normalität einkehrt. Originell kommt der gebotene Ernst daher, wenn – wie letzten Freitag – die Rocker der Band „Die Ärzte“ persönlich und live den Tagesthemen-Trailer einspielen und sich zur Existenzangst von Kunst- und Kulturschaffenden äußern. Später klingt das tröstende „Tschüss und bleiben sie zuversichtlich“ von Sprecher Ingo Zamperoni noch nach. Doch: „Ohne Kunst (uns fett gedruckt) und Kultur wird's still“. Lassen wir es soweit kommen? 

 „Kunst ist die Tochter der Freiheit“ wissen wir von Friedrich Schiller. In Chile beflügeln seit eineinhalb Jahren künstlerische Statements die Proteste für soziale Gerechtigkeit. Jetzt haben sie Geschichte geschrieben und mit einem Referendum für eine neue Verfassung abgestimmt. Die Zeit ist reif. Nun gilt es, die neoliberale Verfassung, die noch aus den Zeiten der Militärdiktatur Pinochets stammt, zu ersetzen. Kunst vermag Selbstwirksamkeit ...]]></description><pubDate>Thu, 29 Oct 2020 09:30:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kreativ-f252r-demokratischen-horizont</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-245]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das große „Trotzdem“ &ndash; Kultivieren wir unseren Kontakt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-gro223e-trotzdem-ndash-kultivieren-wir-unseren-kontakt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/244/img-torsten-krug4.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/244/images/img-torsten-krug4-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Theater sind Orte, die sich mit Inszenierungen auskennen. Vor einigen Wochen waren meine Frau und ich auf einer Premiere im Schauspielhaus Bochum. Im Foyer treffen wir auf mehr Einlasspersonal als Publikum. Wir warten auf Gäste, die in der Mitte der Reihe gebucht haben; erst dann können wir, die weiter außen sitzen, in den Theaterraum eingelassen werden. Bei den Verspäteten handelt es sich um ein junges Paar, das sich kurzzeitig trennen muss: er betritt den Saal von rechts, seine Freundin muss auf die andere Seite des Gebäudes, dann sitzen beide wieder nebeneinander in der Mitte. Die Premiere kann mit einer Viertel Stunde Verspätung beginnen. 

   
Torsten Krug – Foto: Andreas Fischer 

 Vergangenes Wochenende, wieder Bochum, erleben Kolleginnen und ich eine Aufführung im Prinz-Regent-Theater mit 18 statt knapp hundert Plätzen. Wieder werden wir durch eine aufwendige Inszenierung geschleust, stehen draußen in der Kälte, dürfen einzeln eintreten, nach jedem Toilettenbesuch wird selbige gereinigt. Nach der Vorstellung lotst ein Theatermitarbeiter jeden persönlich vom Platz, nach links, nach rechts, stopp, durch den Gang ohne anzuhalten, hinaus in die frische Nachtluft, die uns aufatmen lässt. 

 Auf der Bühne bringt das Ensemble unsere Lebenswirklichkeit auf den Punkt und berührt mit starken wie improvisierten Bildern: Pascal Merighi tanzt via Skype mit seinem Partner Juan Carlos Lérida, der auf einem nächtlichen Balkon in Barcelona zu sehen ist und nicht einreisen konnte. Tusnelda Mercy, ganzkörperverhüllt, hält Merighi den ganzen Abend über an einer langen Kette, wie auf Abstand, aber auch, als könnte er in die virtuelle Welt entschwinden. Auf die Frage, was diese Produktion mit ihnen mache, antwortet Merighi im Publikumsgespräch, ihm fehle „die Erde“, er spüre sich „nur halb da“. Wir nicken. 

 Die Allgemeinverfügungen wechseln beinahe täglich und vermischen sich mit den Regelungen auf Landes- und Bundesebene, bis in die Träume ...]]></description><pubDate>Wed, 21 Oct 2020 11:09:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-gro223e-trotzdem-ndash-kultivieren-wir-unseren-kontakt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-244]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kann man Freiheit kaufen?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kann-man-freiheit-kaufen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/243/img-andreasmwiese1.jpg" length="322254"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/243/images/img-andreasmwiese1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Andreas M. Wiese 

 Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie die Preise von Kunstwerken zustande kommen? Ich verrate Ihnen ein großes Geheimnis, das alle kennen, aber keiner ausspricht: Kunst ist nicht in Geld messbar; folglich sind die Preise willkürlich. 

   
Andreas M. Wiese - © Wiese 

 An dieser Stelle ist von den Kollegen*innen aus dem Kulturbereich schon einiges über die Freiheit oder die Relevanz von Kunst geschrieben worden. Seit über einem Vierteljahrhundert bin ich selbst unter diesem Label unterwegs und bei der Lektüre fällt es mir bisweilen schwer, einen Bezug zu meiner Lebenswirklichkeit herzustellen. Darum möchte ich hier mit einem ganz handfesten Aspekt des Künstlerdaseins aufwarten: Was darf oder muss Kunst kosten? 

 Der Kunsthandel ist meist bestrebt, mit Preissystemen den Käufern eine Plausibilität zu suggerieren, beispielsweise mit der Formel Größe mal Faktor X. Dabei ist X willkürlich und ich sehe überhaupt nicht ein, warum ein kleines Meisterwerk weniger kosten sollte als ein großes So-lala-Werk. Eine unverhohlene Einladung zum Quadratmeterschinden ist diese Preisgestaltung allemal. Dass manche Kunstwerke irrsinnig teuer sind, ist nur möglich, weil jemand bereit ist, irrsinnig viel dafür auszugeben. Wenn Kunst mit Geld in Berührung kommt, gelten dieselben Regeln wie für jede andere Ware, auch jene von Angebot und Nachfrage. Was dazu führen kann, dass ein und dasselbe Werk, je nachdem, von wem es wann, wo, wie oder wem angeboten wird, völlig verschiedene Preise haben kann. 

 Die Kunstschaffenden, die von der Kunst leben wollen, sollten ein paar Basics wirtschaftlichen Denkens kennen, zum Beispiel, dass sie einen Zusammenhang zwischen ihrem Aufwand und ihren Verdienstmöglichkeiten herstellen müssen und nicht mehr ausgeben als einnehmen können. Und außerdem müssen sie Preise für ihre eigentlich nicht geldwerte Ware kalkulieren. Über meine eigenen Erfahrungen damit sei hier nur soviel verraten: Kaufinteressierte wollen meist ...]]></description><pubDate>Wed, 14 Oct 2020 08:05:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kann-man-freiheit-kaufen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-243]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Vorfreude auf die Gegenwart]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/vorfreude-auf-die-gegenwart</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/241/img-max-christian-graeff1.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/241/images/img-max-christian-graeff1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 „Cool down! Musik auf den Balkonen! So geht Zukunft.“ So lapidar und am Leben vorbei endete ein Artikel des Trendforschers Matthias Horx vom 19. März, in dem er sechs Tage nach dem Lockdown vom imaginierten Oktober aus aufs Frühjahr zurückblickte. Natürlich ging es ausgedehnt um das blitzartig entstehende Zukunfts-Bewusstsein. Unter anderem schrieb er, dass im Sommer der Marktwert von Fake News und Verschwörungszeugs rapide in den Keller gehen würde. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Nun ist es immer leicht, nachher klüger zu sein als jene, die sich mutig in eine Vorstellung des kommenden Lebens wagen. Allerdings notierte ich schon am 19. 3. ruppige Lesegedanken an den Rand, vom Wettbewerb der Krisendeuter, der Castingshow der Superpropheten und vom „Wandel zum Guten“ als Discountprodukt. 

 Rückblickend ist beides interessant, der Artikel wie die Notate. Das Papier des Ausdrucks hat sich gelohnt. In der rein digitalen, unkörperlichen Lesewelt wird immer mehr Denkmaterial zum Stream des Moments, ohne Anlass zum Aufheben, Reflektieren und späteren Beurteilen. 

 Ich bin gespannt, was von der diesjährigen, vor allem digital stattfindenden Frankfurter Buchmesse ankommen und übrigbleiben wird. Seit über 500 Jahren sortierte sich in Frankfurt und später in Leipzig die Bücherwelt, und seit dem Mauerbau war es die größte Buchmesse der Welt. 

 Nun ist es ein Philosophenstreit, ob es im virtuellen Raum noch eine Feststellung von Größe geben kann, ohne abertausende Begegnungen, Verhandlungen, Streitereien, Autogramme, Skandale und Kindszeugungen, ohne Millionen spontaner Randnotizen an Ideenblättern, Kalkulationen und Manuskripten. In der reinen Physik fehlt die Chemie, der Muff ungeduschter Kleinverleger und der Schweiß der Hoffnung. Im digitalen Strom kann man (verzeihen Sie den Kitsch) nicht zu den Korallen der Phantasie abtauchen und wird auch der Nachwuchs nicht schwimmen lernen. 

 Umso wichtiger ist es, ...]]></description><pubDate>Thu, 08 Oct 2020 06:59:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/vorfreude-auf-die-gegenwart</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-241]]></dc:identifier></item></channel></rss>