﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 01 May 2026 03:57:03 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - April 2018</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/april-2018-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/april-2018-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Kunst zu Fehlen: Fehler als Chance]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-kunst-zu-fehlen-fehler-als-chance</link><description><![CDATA[ Nicht immer läuft alles glatt. Manchmal macht man Fehler. Wir können mit ihnen pragmatisch umgehen, sie erkennen, eingestehen, korrigieren, anders nutzen und neu beginnen. Häufig zeigt sich jedoch eine gewisse Furcht vor Verantwortung, eine Angst, Fehler zu begehen. Warum? Der Fehler wird als Scheitern wahrgenommen. Wir fürchten das Versagen. Missverständnisse und Konsequenzen könnten entstehen, unerwartet und vielleicht auch unkontrollierbar. Viel zu oft werden Fehler benutzt, um Mitmenschen, Kolleginnen oder Kontrahenten zu blamieren, sie zu diskreditieren. Als Abweichung führen sie schnell zu Ausgrenzung. Die Angst vor Bloßstellung lähmt den Mut, zu handeln und Neues zu wagen. Blockade und Stillstand können die Folge sein. Wir kennen das aus dem eigenen Umfeld, auch aus Gesellschaft und Politik. 

   
Uta Atzpodien, Tobias M. Freitag - Foto: V. Bogner 

 „Ever tried. Ever failed. No Matter. Try again. Fail again. Fail better.“ Mit seinen Worten rückt der irische Schriftsteller Samuel Beckett Fehler und Scheitern in ein alltägliches, nahezu heiteres, spielerisches Licht. Der Dramatiker vermittelt, dass die menschliche Erfahrung des Fehlermachens zum Handeln ebenso dazu gehört wie das Nichtverzagen und Weiterentwickeln. Letzte Woche wurde in der Citykirche das neue interdisziplinäre und genreübergreifende Kunst-Festival „Assoziationen“ unter der Leitung von Werner Dickel eröffnet. In ihrer Vernissage-Rede zu den Bildern der vielseitigen Künstlerin Birgit Pardun zitierte Anne-Kathrin Reif die Worte Becketts. Ähnlich wie in der frei improvisierten Musik entstehe die Malerei im Prozess, der nicht planbar sei, das Ergebnis nicht vorherzusehen. Das Resultat habe anders als in der frei improvisierten Musik Bestand, sei nicht flüchtig, sondern erfordere „gleichermaßen Vertrauen in die eigene Intuition und Fähigkeit, wie den Mut zu scheitern“. Kunst schließt die Möglichkeit per se ein, Fehler zu machen und auch zu scheitern. Gerade darüber entsteht Neues und ihre ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:03:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-kunst-zu-fehlen-fehler-als-chance</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-25]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Herzenskultur auf allen Ebenen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/herzenskultur-auf-allen-ebenen</link><description><![CDATA[ Kürzlich bekam ich ein Knöllchen. Vor einer Wuppertaler Galerie hatte ich falsch geparkt. Ich war in einem kurzen Gespräch mit der Galeristin. Es ging um die finanzielle Unterstützung der Arbeit mit Kindern auf unseren Straßen, eine „Charity-Aktion“, wie auch kürzlich in der Kolumne von Tine Lowisch angesprochen. Das Projekt unterstützt in unserem Fall die Arbeit der Achtsamkeitsgruppe der Alten Feuerwache. Beim Verabschieden beobachtete ich, wie eine junge, blonde, frühlingshaft gekleidete Frau mein Knöllchen von der Windschutzscheibe nahm und es hinter den Scheibenwischer ihres eigenen falsch geparkten Autos heftete. Sonst eher gelähmt bei solchen Übergriffen, reagierte ich geistesgegenwärtig und stellte die Dame zur Rede. 

   
Christian v. Grumbkow - Foto: Susann Pfeiffer 

 Die Galeristin erzählte mir auch noch von einem Zwischenfall, bei dem eine Gruppe von acht Kindern und Jugendlichen in die Galerie gestürmt sei. Die in der Nähe der Eingangstür gestapelten Flyer, Einladungskarten und Infos warfen sie durch die Galerie und schrien „Kunst ist doch eh scheiße“. Die Spendenbox war gefährdet. Auch das vor der Tür stehende Auto wurde angerempelt. Warum beschreibe ich solche eher profanen Dinge? Wir Kulturschaffenden machen uns Gedanken zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in dieser Stadt: als Künstler im eher üblichen Einzelkämpfermodus sowie in vielen Initiativen der Freien Szene, unter anderem in dem seit einem Jahr bestehenden Freien Netz Werk Kultur. Es geht darum, Ideen zu entwickeln, verkrustetes Denken und die „Scheißegal-Mentalität“ mancher Mitbürger zu verwandeln. Wir wollen zur Identität der Stadt beitragen und mit liebevollem, kritischen Blick Heimat schaffen. 

 Hier heißt es, angesichts der bedrohlich-betrüblichen, oben beispielhaft beschriebenen Verhältnisse nicht zu resignieren und die bestehenden Seiten unserer Stadt, wie hässliche Leerstände, übelriechende Ecken, verdreckte Bürgersteige und dilettantische Graffiti weder auszublenden ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 17:54:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/herzenskultur-auf-allen-ebenen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-23]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Sammeln für den guten Zweck]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/sammeln-f252r-den-guten-zweck</link><description><![CDATA[ Es sieht so aus, als wäre es eine gute Sache. Ein übergroßer, nachgebauter Scheck, der oft eine verhältnismäßig überschaubare Summe ausweist, wird in die Kamera gehalten. Das monetäre Ergebnis einer aufwendigen Aktion tröpfelt nach unten. Dieser kurze Moment wird meist überdeckt von Applaus, der Ablass ist bezahlt und die allgemeine Lage entspannt sich. So weit so vergnüglich. Das Geben und Nehmen, verkleidet als Gewinnspiel mit Zusatzchance. Und es ist ganz offensichtlich, dass es gute Chancen für die Beteiligten dieser Illusion gibt. Die Organisatoren eines Charity Events sind nachweislich über lange Strecken gut und sinnvoll beschäftigt. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Im Vorfeld dieser Ereignisse wird das Gruppengefühl der Akteure intensiv gestärkt, einige glänzen mit ihrem Organisationstalent, andere beeindrucken durchaus mit ihren weitreichenden Kontakten. Die Veranstaltung wird begleitet von fiebriger Hochstimmung — die gute Laune ist ansteckend, zusammenführend und zum Glück sehr gesund. Wer zum Beispiel seinen guterhaltenen Hausrat auf einem angesagten Stadtfest trödelt, um Platz in den Schränken für neuen Konsum zu machen, wer die ganze Nacht lang ausgelassen bei hohen Eintrittspreisen in guter Gesellschaft tanzt oder begeistert als Amateur Theater spielt und dann die immerhin niedrigen Eintrittsgelder eins zu eins an die Straße abgibt, ist legitimiert, es wird applaudiert und gratuliert. 

 Wozu eigentlich? Wir leben in einer Zeit, die signifikante Unverhältnismäßigkeiten aufweist und da ist die Tatsache, dass zum Beispiel das Geld, das eigentlich dazu gedacht ist, ein zutiefst demokratisches Mittel zu sein, sich nicht mehr eignet, um Werte darzustellen oder zu schaffen. Denn dazu müsste es sich noch ein bisschen mehr bewegen und sich nicht still auf einigen wenigen Konten stapeln. 

 Jeder weiß, dass man es nicht essen kann. Obwohl — es ist und bleibt ein Substitut, ein Ersatzstoff, den man eintauschen möchte, meinetwegen ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 17:52:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/sammeln-f252r-den-guten-zweck</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-22]]></dc:identifier></item></channel></rss>