﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 01 May 2026 11:35:33 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Juli 2019</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juli-2019-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juli-2019-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunst dagegen ist Kunst dafür]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-dagegen-ist-kunst-daf252r</link><description><![CDATA[ Von Uta Atzpodien 

 In den Sommerferien ist alles ruhiger als sonst. Ich kann innehalten, mich mit Fragen befassen, die Zeit brauchen. Kürzlich habe ich den Dokumentarfilm „Kulturkampf von rechts“ auf der Mediathek von 3sat gesehen, der mit den Worten endete: „So große Bedeutung hatten Theater und Museen schon lange nicht mehr. Es sind die Räume, in denen wir um unsere Zukunft streiten“. 
Kunst ist gefragt, das ist gut so, die Umstände weniger. Ein Kulturkampf ist im Gange, der sich stark auf Kunst und Kulturpolitik auswirkt. Ein Viertel der Europäer haben Rechtspopulisten gewählt. Auch außerhalb Europas treffen gewählte rechtspopulistische Regierungen Entscheidungen, die die Menschenwürde gefährden und die Zukunftsperspektiven der ganzen Welt ethisch fragwürdig beeinflussen. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Künstler*innen selbst sind bedroht und machen mobil gegen den Rechtsruck samt seiner fatalen Auswirkungen für den Klimawandel. Schon letztes Jahr im September forderte der Schauspieler Harrison Ford in San Francisco auf dem „Global Climate Action Summit“ mit bewegenden Worten Haltung ein. 
In der Sommerzeit positioniert sich hier in Wuppertal seit Jahren das Sommerkino Talflimmern. Viele der Filmabende vermitteln gesellschaftlichen Weitblick und rütteln mit künstlerischen Statements wach, wie letztes Wochenende der Film „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ von Nadine Labaki, in dem ein Straßenjunge aus Beirut seine Eltern verklagt, ihn ohne Chance auf Würde in die Welt gesetzt zu haben. 

 Im Vorspann zeigen die Organisatoren Mark Rieder und Mark Tykwer den Clip „Kein Ort für Nazis“. Solche Momente erinnern mich daran, wie wichtig es ist, Haltung zu zeigen. Es ist ein Zeichen unter vielen anderen, um die Welt wach, würdevoll und lebendig zu halten. 

 Bundesweit haben sich mit „Die Vielen“ Künstler*innen zusammengetan, die sich aktiv für Offenheit, Toleranz und Vielfalt engagieren und den Blick konkret auf das eigene Umfeld schärfen, um ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 21:15:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-dagegen-ist-kunst-daf252r</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-87]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Der Homo ludens im Sommerloch]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/der-homo-ludens-im-sommerloch</link><description><![CDATA[ Heute kann ich einmal nicht von Wuppertal sprechen. Zu voll bin ich von den Eindrücken einer Arbeit mit einem halben Dorf. Und doch ist dieses Dorf auch ein Beispiel für Wuppertal, ein Mikrokosmos. Ein Wunder, wenn man so will. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Seit 1906 steht in Ötigheim bei Karlsruhe eine Freilichtbühne. Der damalige Pfarrer Josef Saier, der seine Liebe zum Theater lebenslang bewahrte, hat diese Bühne gegründet. Eine bespielbare Fläche von 174 Metern Breite und 62 Metern Höhe macht sie zur größten Bühnenanlage Deutschlands. Aus Sorge um die örtliche Jugend, die sich dem Dorfleben durch zunehmende Industriearbeit zu entfremden droht, sucht Saier nach einer Beschäftigung, die den Menschen Sinn und Halt geben und sie vom Herumlungern in Gasthäusern abhalten soll. Bis heute bespielen die Ötigheimer jeden Sommer ihre einmalige Bühne. Werke der Weltliteratur, Opernklassiker, Märchen und Musicals stehen auf dem Programm. Die künstlerische wie organisatorische Arbeit der „Volksschauspiele“ umspannt das ganze Jahr und gibt ihm seinen Rhythmus. 

 Mehr als 1300 Menschen sind auf und hinter der Bühne beschäftigt, darunter etliche Profis. Die meisten jedoch gehen in ihrem „normalen“ Leben ganz anderen Berufen nach. Vor der Probe am Abend oder den Aufführungen am Wochenende sind sie Krankenschwester, Lehrer, Arzt, Innenausstatter oder leiten ein nahegelegenes Atomkraftwerk. Wer Einblick bekommen möchte in diese Welt, dem sei der SWR-Dokumentarfilm „Das Wunder von Ötigheim“ sehr empfohlen. 

 Die Regiearbeit an einem Märchen für diese Bühne hat mich gut eineinhalb Jahre beschäftigt. In dieser Zeit, in der ich mehr als acht Wochen dort lebte, habe ich Menschen kennengelernt, die als Handwerker oder Solarfachmann den ganzen Kanon der klassischen Bühnenliteratur kennen. Die nachts, nach erfolgreicher Vorstellung lauthals mehrstimmig mitsingen können, was die mitgebrachte Playlist aus dem Lautsprecher plärrt. Die ihre großen Begabungen vor ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 21:13:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/der-homo-ludens-im-sommerloch</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-86]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Warum ist das Schöne schwer zu begreifen?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/warum-ist-das-sch246ne-schwer-zu-begreifen</link><description><![CDATA[ Ich nutze jetzt mal das Sommerloch und versuche zu klären, was Kunst ist. Wünschen Sie mir Glück, denn normalerweise antworte ich darauf: Kunst ist von Künstlern und schweige dann beredt. Das hat bisher noch immer geklappt. Dass man meine Empathie für die Kunst überprüfen möchte, passiert oft auf Ausstellungseröffnungen. Mit dem nächsten Bussi rechts, Bussi links kann ich mich dann jedes Mal verlässlich von einer weiteren Debatte entfernen. Die meisten Besucher einer Ausstellungseröffnung nehmen diesen Event sowieso nur wahr, um sich ihrer Selbst zu versichern und sich ins Bild zu schmeißen. Sie wollen oftmals ein kostengünstiges Partyerlebnis. Reden werden gehalten, kurze Musikstücke gegeben und oft kommt der Satz: Vor lauter Gästen sehen wir den Wald leider nicht. Dabei gibt es nichts Schöneres, als sich mit bildender Kunst zu umgeben und sich mit ihr zu beschäftigen. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Wenn ich eine, im besten Sinne, interessenlose ästhetische Erfahrung mit einem Gegenstand mache, steht für mich die Zeit still. Alles andere tritt zurück. Ich bin nicht alt, nicht jung, nicht krank oder gesund und ob die Miete schon wieder fällig ist, verlässt für einen Augenblick den Bereich meiner Sorgen. Wenn ich einem Kunstwerk, das auch ein Kunstwerk ist, begegne, passiert etwas zutiefst Besonderes: Es sagt mir etwas – ich fühle mich aufs Geheimste angesprochen. Manchmal und das ist nicht selten, eröffnet mir dieser Vorgang ganz neue Sichtweisen. Viele neue Dinge in unserer Welt geben uns ja leider keine Anhaltspunkte mehr, die Suche nach der Essenz ist verdammt anstrengend geworden. Vielleicht ist einfach keine Antwort in Sicht und ich sollte die Frage noch einmal überdenken? Man sagt, Kunstwerke werden immer auch von der sie umgebenden Zeit bestimmt. Die Zeit, in der wir im Moment leben empfinde ich als extrem unübersichtlich. Kommt jetzt etwa: New Biedermeier? Gegenständliches, Figuratives ohne Funktion – schön bunt – digitalisiert, ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 21:11:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/warum-ist-das-sch246ne-schwer-zu-begreifen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-85]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Ferien for Future: Der Sommer ist die Zeit des freien Lernens]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/ferien-for-future-der-sommer-ist-die-zeit-des-freien-lernens</link><description><![CDATA[ Von Max Christian Graeff 

 Spannende Tage: Die Noten stehen fest, die Zeugnisdateien sind gespeichert und der Knall mancher Rakete im Leistungsfeuerwerk lässt sich nur noch erwarten, aber nicht mehr vermeiden. Während der Countdown der letzten Tage vor den Ferien herunterrattert, gilt es, innerfamiliäre Strategien zur Krisenvermeidung umzusetzen und Begründungen fürs Versagen und Enttäuschen zu finden oder zu erfinden. Manche Eltern fallen in Duldungsstarre, krosen in den Flugtickets und streiten über Sonnenschutzfaktoren, um das Abweichen von der Norm durch Selbstbelohnung zu überspielen. Für viele Wuppertaler bedeuten die Sommerwochen aber auch ein Aussitzen von Verzweiflung, eine stille Bestätigung der Ausgrenzung von Bildung und sozialem Leben, ein ratloses Herbeiwarten von Wurstbräunungsgraden bei der Grillparty zur großen Langeweile. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Viele Menschen können sich keine Reisen leisten: Dies wird jährlich als Top-Nachricht gesendet, dabei war es schon immer so. Überbordend gestiegen ist nur der soziale Druck, Flieger und fette Schiffe besteigen zu müssen, um sich das „normale“ Leben zu beweisen – und sei es nur ein letztes Mal vor dem Klima-GAU. Und umso tiefer fallen dann diejenigen, für die das Nichtreisenkönnen normal sein muss, durch den Rost in die soziale Glut. 

 Einst galt das Reisen als Bildungschance. Aber wer nimmt heute noch Dantes „Göttliche Komödie“ mit an den Strand? Im Gepäck ist meist nur dickleibiges Wortwasser zum Wegschlürfen zwischen den Badegängen. Dafür müsste man das Papier eigentlich nicht um die Welt schaukeln. Das Dableiben bietet dagegen die echten Chancen: Auch wir hatten kein Geld zum Verreisen, und doch waren meine Ferien stets randvoll mit eigenen Bildungsaufträgen: den Weltatlas lesen, Radfahren lernen, Sperrmüll-Autos bauen, Wände mit Aktualitäten besprühen, vertiefende Forschungen zum Knutschen im Uferdickicht und vieles mehr. Das Dableiben bietet viel mehr Kultur als ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 21:07:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/ferien-for-future-der-sommer-ist-die-zeit-des-freien-lernens</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-84]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Zuversicht bewegt Wuppertal]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/zuversicht-bewegt-wuppertal</link><description><![CDATA[   
Der Verein Freies Netzwerk Kultur hat einen neuen Vorstand gewählt: Tine Lowisch, Zara Gayk, Lars Emrich, Uta Atzpodien und Thomas Hilbig (v.l.) Foto: Ralf Silberkuhl 

 Von Uta Atzpodien 

 Der Asphalt flirrt. Die Menschen ächzen, die Temperaturen steigen und erobern die Straßen. Kürzlich fiel mein Blick vom Fahrrad aus auf die ansteigende Rheinstrasse der Südstadt. Die Sonne reflektierte auf Metalldächern und Fensterscheiben, eine glühende Schlange parkender Autos. Im digitalen Netz verwies eine Kollegin auf schreiende Temperaturunterschiede auf Straßen, mit und ohne Bäume. Was tun? Alarmierende Fotos im Netz rütteln weiter wach, zur Abholzung des Amazonas, der grünen Lunge unseres Planeten. Jüngst auf Netflixs zeigte die junge brasilianische Filmemacherin Petra Costa mit ihrem Dokumentarfilm „Democracia em vertigem“, Schwinde(l)nde Demokratie, wie gefährdet die Demokratie Brasiliens ist. Er lässt die Konsequenzen derartiger politischer Entwicklungen ahnen, denn nicht nur der Amazonsausverkauf betrifft die ganze Welt. Am Ende fragt die Filmemacherin, woher das Land, seine Menschen und sie selbst die Kraft nehmen können, um weiterzugehen. Für mich werden Zuversicht und Vertrauen über persönliches Engagement lebendig, dann, wenn Kreisläufe erkannt und neu bewegt, Leben und Gemeinschaft unterstützt werden. Die Kunst kann das vermitteln, so der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado zu seinem Werk: „In ‚Genesis‘ sprach die Natur durch meine Kamera zu mir. Und ich durfte ihr zuhören“. Er bekommt dieses Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Nicht nur seine aufwühlenden Bilder, sondern auch die Wiederaufforstungsprojekte, die er mit seiner Familie und dem Instituto Terra initiiert, sprechen für sich. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Zurück auf die Hügel am Rande unseres Tals: Ein leichter Wind fegte durch Blätter und Bäume um die alte urige Hütte der Pickbahn zu berührend-virtuosen Astor Piazolla-Klängen von ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 21:04:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/zuversicht-bewegt-wuppertal</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-83]]></dc:identifier></item></channel></rss>