﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sun, 24 May 2026 22:49:46 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Auch die andere Seite sehen</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/auch-die-andere-seite-sehen</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/auch-die-andere-seite-sehen" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Auch die andere Seite sehen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/auch-die-andere-seite-sehen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1136/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1136/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 Ich habe mich in der letzten Zeit viel mit Hannah Arendt und ihren Gedanken beschäftigt. Ihre Ausführungen zum Thema Macht und Verzeihung haben mich sehr angerührt. Sie sagt, dass wir unsere Taten nicht rückgängig machen können, aber dass wir durch das Verzeihen die Konsequenzen besser ertragen können. Ein schöner Gedanke, den mir Olaf Reitz und Andre Enthöfer bei einer Lesung im Fritz Bauer Forum in den Kopf gepflanzt haben. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Arendt unterscheidet Macht von Gewalt. Macht entsteht, wenn Menschen zusammen handeln, etwas gemeinsam auf die Beine stellen, Vertrauen und Zustimmung füreinander spüren. Solange Menschen aufeinander hören und miteinander handeln, bleibt Macht lebendig und wird zu einer gemeinsamen Superkraft (Übertreibung der Autorin). Und wer dann die Perspektive der anderen einnehmen kann, ermöglicht Verzeihen und Versöhnung. Arendt – selbst Jüdin – wusste, wovon sie spricht. Ihre Beziehung zu Martin Heidegger, der sich zeitweise dem Nationalsozialismus anschloss, zeigt, wie widersprüchlich und zugleich möglich Verzeihen sein kann. 

 Ständig höre ich im Moment – wie spannend – den Ausspruch „Aber es gibt auch noch die andere Seite“. Eigentlich auf den ersten Blick ein Anlass zur Freude, denn die andere Seite zu sehen, könnte bereits ein Ansatz kritischer Auseinandersetzung sein. Leider vermute ich hinter der Aussage oft nur ein Zeichen dafür, die eigenen Haltungen nicht verlassen zu müssen. Ein spannendes Phänomen der Gegenwart. 

 Wem kann ich es verübeln – in Zeiten multipler Krisen? Irgendwann sind es einfach zu viele Perspektiven und Bedrohungen und Mensch macht einfach dicht. Funktionales Verdrängen würde ich das nennen. Es ist dann ganz angenehm, sich mit Wolf und Wal zu beschäftigen. Oder – wie bei uns zu Hause – mit der Weltraummission. Dazu noch mystisches Osterlicht. Oder auch die Techliberalen, die sich unterdessen die Frage stellen, wie wir unsere ohnehin schon ...]]></description><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 20:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/auch-die-andere-seite-sehen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1136]]></dc:identifier></item></channel></rss>