﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sat, 02 May 2026 05:21:02 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Das große Schlingern</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/das-große-schlingern-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/das-große-schlingern-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das große Schlingern]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-gro223e-schlingern</link><description><![CDATA[ Von Max Christian Graeff 

 Es war etwas ungemütlich, doch auch beruhigend: Die Eisheiligen waren heuer enorm pünktlich, wie vom Kalender versprochen. Morgens um sieben – der Computer schlief noch und die Welt war in Ordnung – schaute ich dem Gimpel beim Frühstück zu; er zog sich verträumt die Kerne rein, bis er aufschreckte, weil ihm plötzlich einfiel, dass im Nest die Holde mit den Kindern wartete … Der Blautfink, wie er im Bergischen heißt, wurde in der Malerei gerne in die Bäume des Paradieses gesetzt. War es aufgrund seiner Warnfarbe oder weil er unter den Gartenvögeln als der Einfältige gilt? Die Frage vergaß ich schnell, als der Browser dann Dutzende aufzuholende Mails ins Müsli spülte: Zoom-Termine für Netzwerk-Diskussionen, Newsletterfluten, Job-Umplanungen, Petitionen, unverbindliche Anfragen für Eventualitäten aller Art und durchaus auch Konkretes, das fast im Getümmel untergeht. Dazu Nachrichten zum Lachen oder Weinen, und wie im Flug war der Vormittag schon alt und ich bereits wieder mit allem zu spät. Nicht nur mit Dringlichem, sondern auch mit allem, was es zu verstehen gibt. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Die Veränderungen der Sprache mitzuverfolgen – der News, der Debatten und Kunstprodukte, der Mutmaßungen und Empörungen – gehört zu den alltäglichen Aufgaben der Schreibenden, noch bevor der erste eigene Satz geschrieben ist. Das ist jedoch zurzeit kaum genügend zu leisten, selbst ohne Kinder, homeschooling und Maskenbau. Die Menge der sich oft widersprechenden Mitteilungen, der Erklärungen und Kommentare ist eine Überforderung, jedenfalls wenn man „alles“ mitbekommen und zugleich Geduld zu üben hat, weil die freischaffenden Künstler zwar selten so oft von Politikern erwähnt wurden, sich jedoch bezüglich konkreter Hilfen nur wenig bewegt. 

 So ist es fast verständlich, dass auch die lokale CDU und die Grünen in einem gemeinsamen Antrag an den Stadtrat zwar Maßnahmen für Kulturschaffende forderten, sich dabei aber ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:35:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-gro223e-schlingern</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-127]]></dc:identifier></item></channel></rss>