﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 30 Apr 2026 05:21:41 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Literatur - in Not oder wendig?</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/literatur-in-not-oder-wendig-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/literatur-in-not-oder-wendig-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Literatur: in Not oder wendig?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/literatur-in-not-oder-wendig</link><description><![CDATA[ Der Hochsommer glüht und viele, die sich keinen Platz an fernen Küsten kaufen können, plündern die Baumärkte und arbeiten fleißig am eigenen Paradies. Die Schutzräume fürs Wohlergehen gehören ebenso zur Kultur wie all die Daten, die nach der Arbeit in ihnen genossen werden. Daten? — Nun, Bücher immer weniger, denn wenn alle Zäune und Mauern errichtet sind, wird das Restbudget nur noch selten in platzraubendes Altpapier investiert. Die Hände verwerfend lässt sich schon vor dem Moll-Akkord der Buchmesse konstatieren: Der Buchmarkt gleicht immer öfter der Getreideernte in der Monokultur, staubig und trocken mit vielen leeren Körnern. Das Jammern gehört wie in der Landwirtschaft zum Handwerk und vielleicht geht die historisch kurze Zeit bürgerlicher Heimbibliotheken halt dem Ende zu. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Was sich aber mit ihr in die Senke begibt, ist die generelle Wertigkeit von Literatur als Lebensmittel: Das Einbeziehen gereifter Worte der Analyse und Reflektion, auch der Unterhaltung, der Dichtung im Allgemeinen in den gesellschaftlichen Diskurs, in die Diskussionen um Anmaßung und Aneignung, um den irreparabel scheinenden Verfall der Menschlichkeit. Auch bei möglichen Wegen aus den Krisen, in die wir Industrieländer die Gattung Mensch hineinkonsumiert haben, spielt das kondensierte, Denkräume öffnende Wort lediglich eine Nebenrolle. Wissen wir noch, wie sehr wir von den Fähigkeiten abhängig sind, zu formulieren, zu träumen, zu lehren und zu dichten? Sie sind ein Hab und Gut derer, die sonst nichts haben. Dichtung entsteht bis zum letzten besitzlosen Atemzug. Weshalb man in absurder Logik eben meint, diese Felder nicht mehr wässern zu müssen. Während das Umtauschrecht im Möbelmarkt flammende Kommentare hervorruft, gibt man der Literatur den Gnadenschuss, mit flüchtigem Dank für die staubende Erbschaft. 

 Nicht nur die Hochseilartistik ist hier gemeint, nicht die Leistungsschreiberei der wenigen bezahlten Autor*innen, sondern ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/literatur-in-not-oder-wendig</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-37]]></dc:identifier></item></channel></rss>