﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:53:10 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Januar 2026</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2026</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2026" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Zukunft bleibt unversicherbar]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-zukunft-bleibt-unversicherbar</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1085/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1085/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Begonnen wurden diese Zeilen hinter einem anderen Fenster, mit einem Blick in ein anderes nasses Grau, hinaus zu anderen Vögeln: Alles war anders und mir doch vertraut. Lange hatte ich einst in Luzern gelebt, und so kenne ich sie gut, die im dortigen Dialekt schimpfenden Amseln, die Minijodler der Buchfinken und die zeternden Möwen am See. Es war nun keine Urlaubsreise: Ich hatte – wie schon seit 15 Jahren – die Lesebühne im Literaturlokal Loge zu moderieren und für die Pause einen großen Topf „Grah“ zu kochen, zu dem die helvetischen Carnivoren noch angeschmorte Rädchen von Bergischer Kottenwurst bekamen. 

   
Max Christian Graeff - Foto C. Paravicini 

 Der Abend kam dank gut gelaunter Bühnengäste prima an, wobei mehrere Besucher meinten, er habe ihnen „einfach nur gutgetan“. Politische Texte als Slam Poetry, Chansons und Albernheiten, welche die schwer begreifliche Wirklichkeit durch poetische Umformulierung und Auslegung neu erschlossen; eine mit den Enzymen der Literatur und der Musik versehene Realitätsverarbeitung, gemeinsam erlebt mit Bar und Pausentopf. Ein Gegengewicht zur allein zu Hause konsumierten hässlichen Nachrichtenwelt. 

 Das gibt es auch in Wuppertal, und hier wie dort wurde das Publikum deutlich spärlicher, trotz der sozusagen heilenden Wirkung des gemeinsamen Schauens und Hörens, des Lachens im Saal, der immer neuen Weltbetrachtungen und vor allem: trotz all der Gespräche, die jenseits von Kunstleistungen den Wert der freien Kulturszene ausmachen. Die Zunahme des schweigenden Verkriechens im solitären Medienkonsum – vor allem auch in der ersten Lebenshälfte – ist keine Vermutung, sondern Wissen – und wirtschaftlich evaluiert. Das lasen wir seit der Pandemie zu Genüge, auch an dieser Stelle; es ändert wenig. Dabei benötigen wir zum Rausgehen ins Unbequeme, zum Agieren zwischen Generationen, zur Suche nach Erkenntnis inmitten diverser Ansichten nur die alte Lust auf Unerwartetes und den Mut, Situationen ...]]></description><pubDate>Wed, 28 Jan 2026 17:01:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-zukunft-bleibt-unversicherbar</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1085]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Biotope des Unverfügbaren]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/biotope-des-unverfuegbaren</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1079/jakobjentgens.jpg" length="362963"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1079/images/jakobjentgens-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Jakob Jentgens 

 Vor kurzem hatte ich ein Gespräch über das Lernen von Musik. Dabei fiel der Ausdruck „ein Instrument beherrschen“. Manchmal benutzen wir Worte jahrelang, ohne uns ihren eigentlichen Wortsinn bewusst zu machen. In diesem Gespräch blieben meine Gedanken daran hängen: Ein Instrument „beherrschen“ – das beschreibt nicht mein Verhältnis zum Saxophon. Seit über 20 Jahren verbringe ich fast täglich Zeit mit ihm, zwei Studiengänge habe ich ihm gewidmet, es ist mein Beruf geworden und ich bin froh, sagen zu können: Ich „beherrsche“ das Saxophon nicht. Mein Instrument und ich, wir sind in einem Dialog. Ich personifiziere es nicht, aber es hat doch seinen eigenen Willen, manchmal bringt es mich zur Verzweiflung, aber meistens macht es mich sehr glücklich; es hilft mir zu wachsen und mich zu entwickeln. Das klingt fast wie eine Beziehung? 

   
Jakob Jentgens- Foto: Djamila Polo 

 Unser Verhältnis zueinander, zu Dingen, Tätigkeiten und zu uns selbst untersucht Hartmut Rosa in seinem Buch „Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung“ in Analogie zu einem Gespräch. Ein gutes Gespräch ist es, wenn wir zuhören, bereit sind, uns von dem, was wir hören, verändern zu lassen, gleichzeitig etwas teilen wollen und wirklich offen für die Reaktion sind. Mit einem Gegenüber, das wir beherrschen, werden wir kein inspirierendes Gespräch führen, sondern nur hören, was wir hören wollen. Unverfügbarkeit nennt es Rosa, wenn wir die Dinge nicht beherrschen und ihnen so Raum geben, uns zu antworten. In ihr sieht er eine Grundzutat für ein gutes Leben. Erleben können wir das beim Musikmachen oder beim Kochen, in Freundschaften, wenn wir in ein Konzert gehen, ins Theater oder in eine Ausstellung, ohne zu wissen, was uns erwartet. 

 Die Welt erleben wir, glaube ich, alle gerade als zunehmend verunsichernd. Da wird es immer schwieriger, sich bewusst auf etwas „Unverfügbares“ einzulassen und zu vertrauen. Die US-amerikanische Botanikerin und Autorin Robin Wall Kimmerer ...]]></description><pubDate>Tue, 20 Jan 2026 22:15:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/biotope-des-unverfuegbaren</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1079]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Transparente Demokratie und Kulturförderung]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/transparente-demokratie-und-kulturfoerderung</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1075/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1075/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 Transparenz ist ein großes Wort. In der liberalen Demokratie bedeutet es, dass Entscheidungen selten schnell fallen, sondern dass sie einen langen Weg nehmen: durch Ausschüsse, Arbeitsgruppen, Vorlagen, Haushaltsentwürfe und politische Abstimmungen. Dieser Weg ist öffentlich, aber nicht immer leicht zu überblicken. In dieser Kolumne möchte ich einmal nachzeichnen, wie Zuschusserhöhungen in der Kultur ihren Weg nehmen. 

   
Kati Trempler - Foto © Line Beckmann 

 Es ist ein Prozess mit vielen Stationen, in denen sich entscheidet, was später auf der Bühne möglich ist. 

 Um die Vergabe von Mitteln in der freien Szene transparenter zu gestalten, hat das Kulturbüro 2024 ein neues Vergabeverfahren für institutionell geförderte Einrichtungen der freien Kulturszene eingeführt. Dazu zählen die Insel, das Loch, das Kulturzentrum Immanuel, die Tanz Station Barmer Bahnhof uvm. – allesamt kulturelle Ankerpunkte, die einen sogenannten Betriebskostenzuschuss von der Stadt Wuppertal erhalten, um kontinuierlich arbeiten zu können. Diese Zuschüsse werden nicht automatisch erhöht, um Kostensteigerungen aufzufangen – sie müssen beantragt werden. 

 Im Rahmen des Verfahrens wurden alle bereits geförderten Wuppertaler Kultureinrichtungen aufgefordert, eventuell notwendige Erhöhungen ihrer Zuschüsse zu beantragen. Das allein ist schon anspruchsvoll – erschwerend kam hinzu, dass sich diese Erhöhungen auf die Jahre 2026 und 2027 beziehen sollten. Die Institutionen mussten also frühzeitig abschätzen, welche Kostensteigerungen auf sie zukommen würden. 

 Um über diese Anträge zu entscheiden, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Ihm gehören der Kulturdezernent, Vertreterinnen und Vertreter der Parteien sowie der freien Szene an. Ein demokratisch breit aufgestelltes Gremium, dessen Aufgabe es war, die Bedarfe zu prüfen und einen politisch tragfähigen Vorschlag zu erarbeiten. 

 Insgesamt ging es um beantragte Zuschusserhöhungen von rund 700 000 Euro pro ...]]></description><pubDate>Tue, 13 Jan 2026 21:13:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/transparente-demokratie-und-kulturfoerderung</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1075]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Beherzt prüfen, beherzt handeln]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/beherzt-pruefen-beherzt-handeln</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1073/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1073/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Beherztheit“ hat mich in dieses neue Jahr 2026 getragen. Groß stand der Begriff am 31. Dezember auf meinem Adventus-Kalender, der unsere Zukunft mit Abenteuerlust angeht und Anregungen von Ende November bis zum 6. Januar täglich auf den Weg gab. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 An jenem letzten Tag des Jahres 2025 kam mir sofort Maria Kalesnikava in den Sinn, Ikone der belarussischen Protestbewegung, die nach langen ungewissen fünf Haftjahren endlich Mitte Dezember freikam. Stets lächelnd mit Händen, die ein Herz formen, hatte sich die Aktivistin, Künstlerin und Flötistin unerschrocken für Menschenrechte und Selbstbestimmung eingesetzt. Mir gab es Trost und Hoffnung für das Jahr 2026, sie als engagierten mutigen Menschen nun wieder in Freiheit zu wissen. 

 Schwindelerregend haben uns seit der Neujahrsnacht Ereignisse aufgewühlt, in Trauer und Sorge gehüllt und weltweit unsere freiheitliche demokratische Grundordnung weiter aus dem Gefüge gebracht – trägt sie uns doch seit Jahrzehnten auf einem Weg hin zu mehr Gerechtigkeit, Transparenz und Würde. 

 Der völkerrechtswidrige Angriff auf Venezuela am vergangenen Wochenende ist in vielerlei Hinsicht gefährlich, selbst wenn der entführte Präsident ganz klar ein Diktator ist. Nur wenn wir beherzt hinterfragen, widersprechen und genau prüfen, auf welchen Werten und Vereinbarungen Handlungen vollzogen werden, können uns errungene Strukturen weiter eine bessere Zukunft ermöglichen. Dafür steht in Deutschland das Grundgesetz. 

 Genau auf diesem baute Rolf Köster als Vorsitzender des Wuppertaler Kulturausschusses auf, der bei der ersten Sitzung im Dezember flammend formulierte, welche Rolle Kunst und Kultur dafür innehaben. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“: Schon Paragraph 1 des GG machen schillernde Kulturaktivitäten greifbar, wie beispielsweise der WOW-Chor, die „Women of Wuppertal“ unter Leitung von Hayat Chaoui, mit ihrem Engagement für kulturelle Vielfalt und ...]]></description><pubDate>Wed, 07 Jan 2026 08:10:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/beherzt-pruefen-beherzt-handeln</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1073]]></dc:identifier></item></channel></rss>