﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 01 May 2026 06:24:51 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Juli 2022</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juli-2022-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juli-2022-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Eigentlich wollte ich eine Postkarte schreiben]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/eigentlich-wollte-ich-eine-postkarte-schreiben</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/455/mirasasse.jpg" length="155213"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/455/images/mirasasse-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Mira Sasse 

 Bereits im Winter hatte Uta mich eingeladen, für die Kolumne einen Gastbeitrag zu schreiben. Was zu dem Zeitpunkt terminlich für mich nicht möglich war, hole ich jetzt gern nach. Ehrlich gesagt, ehrt und stresst mich die Einladung gleichermaßen. Was kann ich zu aktuellen Diskursen äußern, die uns zwangsläufig alle bewegen? Klima, Krieg, Corona, vielleicht die Documenta … – weite ausgetrocknete Felder, die allermeisten Worte dazu entweder zu kurz und unbefriedigend oder zu oft schon durch Münder, Augen und Ohren gewandert, sich an den falschen Stellen abnutzend. So beginne ich woanders. 

   
Mira Sasse - Fotorechte: Sasse 

 In den letzten zwei Wochen war ich endlich mal wieder unterwegs, habe Zeit verschwendet und Meter gemacht mit dem Zelt in Dänemark und Südschweden, habe Camperinnen und Camper genau beobachtet in ihren Tagesabläufen und Plastikbombern, bin Rad gefahren, habe Kunst geguckt, Fisch und Lakritz gegessen, in der Hängematte gelesen, die Fußball-EM der Frauen mit minimalen medialen Mitteln verfolgt. Es tat gut, Wuppertal Wuppertal sein zu lassen, raus aus den gewohnten Beinahe-Komfortzonen Wohnung, Atelier, Loch, Hebebühne, Schule, rein ins „Glamping“, schließlich hat unser Zelt ein kleines Vorzelt, in dem man bei gelegentlichem Regen und Wind auf Klappstühlen (!) sitzen kann. Dort kann man herrlich nachdenken und vergleichen, was woanders einfach anders läuft. 

 Vor allem in Dänemark hatte ich den Eindruck, dass mobil, digital und nachhaltig sein tatsächlich funktionieren kann, sogar auf dem platten Land. Gehört hatte ich das schon vorher, aber erfahren noch nicht. Fahrradfahren ist dort ein sicheres Abenteuer, bei dem höchstens der stete Wind Adrenalin verspricht und der gepflegte Radweg nach der nächsten Kurve einfach weitergeht. In Kopenhagen soll man bald vom neuen Stadtteil Nordhavn unter dem Skytrain trocken ins Zentrum radeln können. Zu schade, dass unter unserem Skytrain die Wupper fließt und die Lücken zwischen ...]]></description><pubDate>Wed, 27 Jul 2022 13:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/eigentlich-wollte-ich-eine-postkarte-schreiben</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-455]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wie ein Flirren: Worum geht es wirklich?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wie-ein-flirren-worum-geht-es-wirklich</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/454/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/454/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien​ 

 Es ist Hochsommer. Unsere Stadt ist so leer wie schon lange nicht mehr. Einige genießen die Ruhe, andere sind unterwegs, nah oder fern. Wieder andere wären es gerne: Denn noch mehr hat nun auch Corona erwischt. Urlaube fallen aus, werden verschoben. Weitere, die das Virus schon überwunden glauben, fühlen sich noch nicht wieder fit: Ermüdungsmomente und schnell absackende Energiekurven fordern Inseln des Innehaltens ein. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Auch einschneidende Ereignisse brauchen dies, ganz prägnant auch im Danach: Ein Jahr ist die Flutkatastrophe her. Für viele Orte und Menschen steht immer noch eine weitere Aufarbeitung aus. Der Aufbau der Regionen ruft nach Unterstützung, Solidarität. Auch all die Kolleginnen und Kollegen, die jüngst von uns gegangen sind, ermutigen, anzuhalten, um dem zu gedenken, was wir von ihnen weiter mit uns und in die Welt tragen. Der liebevoll besondere Wuppertaler Karikaturist Polo, Jan Minarek, der prägnant markante Hüne und langjährige Tanztheater-Tänzer, der große demütige Regisseur Peter Brook oder der aufmerksame Denker und Theaterwissenschaftler Hans-Thies Lehmann gehören dazu. Letzterer ist erst diese Tage verstorben und inspiriert mich mit seinem postdramatischen Theater schon so lange. Vor Jahren durfte ich in São Paulo mit ihm arbeiten, zusammen mit einem brasilianischen Kollektiv haben wir den kritischen Blick auf die eigene Gesellschaft erforscht, über Experimente und die Potentiale darstellender Künste. Thies war unser „critical friend“. Aus dieser Haltung nehme ich so viel mit. 

 Die umfassenden aktuellen Hitzewellen, die Dürre, der immer noch andauernde Krieg und die ausstehenden Energie-Engpässe konfrontieren uns immer wieder aufs Neue damit, wie wir all dem begegnen können. Wie ein Flirren: Worum geht es wirklich? Die sommerliche Auszeit samt Entschleunigung, die eigenen Corona-Erfahrungen und die Verluste bewegen, all dem etwas anders zu begegnen, umzudenken. ...]]></description><pubDate>Tue, 19 Jul 2022 21:39:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wie-ein-flirren-worum-geht-es-wirklich</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-454]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das allzu kleine Fenster]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-allzu-kleine-fenster</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/452/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/452/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff​ 

 Inmitten der Tomaten nicht nur über deren pralle Früchte staunend, sondern vor allem über das Glück, sie überhaupt umsorgen zu dürfen, überraschte mich die Nachricht, Kollege Krug sei unpässlich (Genesungswünsche!) und ich solle spontan einspringen. Der erste Gedanke: Bloß nicht wieder so düster werden; das will doch niemand mehr lesen. Vielleicht mal nicht mit den Meisen beginnen; schließlich geht’s um die Kunst! 

   
Max Christian Graeff​ - Foto: C. Paravicini 

 Und keinerlei weltumfassende Fragen mehr, denn das kulturelle Aufmerksamkeitsfensterchen ist in den Ferien noch kleiner als sonst. Lass das große Spiel brav den Berufenen; für Löscharbeiten am Weltenbrand ist diese Luke doch eh viel zu eng. Bleib heiter und flockig bei den Fragen der freien Künste, schürfe beharrlich nach gutbürgerlichem Verständnis für die Sorgen der Kunsttreibenden, die ihr Leben der steigenden Flut der Unsicherheiten zum Trotz täglich für den Traum des verträglichen Daseins aufs Spiel setzen. Grundiere optimistisch, konturiere dynamisch, zaubere – Simsalabim! – Ausweg um Ausweg herbei und lass alle Hoffnung moussieren! 

 Vermutlich ahnen Sie es: Mittlerweile befinde ich mich im dritten Versuch. Im ersten verrannte ich mich völlig in die Frage, warum die unaushaltbar vielfältigen Schrecken jedes Krieges ein täglich so neues allgemeines Erstaunen hervorrufen, als hätten wir unser Leben in einem Bassin voller Zuckerwatte verbracht und in den Augen der Eltern und Großeltern, der Täter wie der Opfer nie den Furor des letzten Jahrhunderts blitzen sehen. Haben das Theater, die Literatur, der Film, die Musik und sogar der Tanz, die Bildung und der gesamte kulturelle Reigen der Groß- und Kleinkunst denn derart versagt, dass wir uns jetzt im kindlichen Staunen der Bonusnaivität herumwälzen müssen? Ist das Beharren auf dem Nichtgewussthabenkönnen selbst wieder Konsumprodukt und Trendsportart? Ein furchtbares Thema; nichts für diesen knappen Platz. 

 ...]]></description><pubDate>Tue, 12 Jul 2022 22:31:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-allzu-kleine-fenster</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-452]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kultur des Überlebens erfordert Mut]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-des-220berlebens-erfordert-mut</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/448/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/448/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch​ 

 Die Kolumne meines Kollegen Max Christian Graeff letzte Woche in dieser Zeitung endete mit dem beunruhigenden Gedanken, dass „die gesamten grenzenlosen Bedingungen der Kultur unseres Überlebens“ derzeit auf dem Spiel stehen. Ich wäre nicht überrascht, wenn Sie seinen Meinungsbeitrag danach mutlos zur Seite gelegt hätten. Auch an anderen Stellen lese ich, dass die Zeiten beunruhigend, herausfordernd, überfordernd und einfach nur entmutigend sind, und hoffe dennoch, dass die Mut-willigen sich nicht zähmen lassen, auch wenn Mut eine zutiefst menschliche, eine sehr persönliche, also instabile Kategorie ist. Eine, die uns nicht verlassen darf, denn wenn uns der Mut verlässt, gefährdet das immerhin die kulturelle Evolution der gesamten Menschheit, die ja dessen einzige Zukunft ist. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Auf diesem Weg ist jedes Individuum, jeder Einzelne unersetzlich – egal wie alt, egal wohin, egal woher und mit egal welcher Aufgabe betraut. Jeder von uns verfügt über Kenntnisse und Erfahrungen, die erst einmal niemand mit ihm teilt. Die einzige Chance, als Menschheit nicht zu scheitern, besteht also darin, diesen riesigen, uralten Erfahrungsschatz aller, wie es im Grunde seit Jahrhunderten geschieht, immer weiter zu bündeln, zu bewahren, zu vermitteln und zugänglich zu halten. Entscheidend dabei ist, dass sich jeder der Situation, in der er sich als Mensch befindet, im Rahmen seiner Möglichkeiten stellt. Das beinhaltet, dass man sich in jedem Moment seines Lebens dem Ziel verpflichtet fühlen sollte, die Evolution der Menschheit in Richtung: mehr Menschlichkeit! mit voranzubringen. Trotz des ständigen Chaos um uns herum. 

 Um unserer Situation als Menschen gerecht zu werden, sollten wir also langsam mal unsere tierisch lästigen Urinstinkte über Bord werfen: Nach mir die Sintflut, so lautet leider noch der Antrieb vieler – das geht einfach nicht mehr. Ich glaube, diese Welt braucht viel mehr Menschen, die ...]]></description><pubDate>Wed, 06 Jul 2022 09:34:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-des-220berlebens-erfordert-mut</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-448]]></dc:identifier></item></channel></rss>