﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 15 Apr 2026 03:42:23 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Tanz in Kyiv gegen die Zeit</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/tanz-in-kyiv-gegen-die-zeit</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/tanz-in-kyiv-gegen-die-zeit" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Tanz in Kyiv gegen die Zeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/tanz-in-kyiv-gegen-die-zeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1145/ricardoviviani.jpg" length="169678"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1145/images/ricardoviviani-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Ricardo Viviani 

 Im Dezember 2025 reiste ich für einen Workshop nach Kyiv. Zehn Tage war ich dort, angereist aus Wuppertal über Kraków – eine Route, die sich zugleich pragmatisch und existenziell anfühlt. Wie bereitet man sich von einem ruhigen Wohnzimmer aus auf eine Reise in ein Kriegsgebiet vor? Es gibt keine Anleitung. Die Vorbereitung beginnt mit banalen Handgriffen und dem Einpacken. Angst spielt keine Rolle, erstaunlich genug – nur die Verantwortung, das weiterzugeben, was ich in den letzten fünfzehn Jahren entwickelt habe. 

   
Ricardo Viviani - Foto: Solomiia Kozolup 

 Ich folgte der Einladung von Viktor Ruban, Choreograf und Kulturaktivist, der inmitten des Krieges Räume für Kunst und Denken offenhält. Die Aufgabe war klar: ukrainische Institutionen dabei unterstützen, ihre Tanztraditionen zu beschreiben, zu dokumentieren und zu schützen – ein Akt kultureller Selbstbehauptung, ein Schritt der Dekolonisierung aus dem sowjetischen Griff, der Sprache, Kultur und Erinnerung über Jahrzehnte überlagert hat. 

 In Kyiv arbeiteten wir mit Leiterinnen von Museen, Archiven und Bibliotheken sowie mit zehn Künstlerinnen und Forschern zusammen – von Zwanzigjährigen bis zu Menschen wie mir, die sich seit 45 Jahren dem Tanz widmen. Das Goethe‑Institut ermöglichte diese Arbeit über den Resilienzfonds. Der erste Tag gehört dem Kennenlernen. Ich erzähle, wer ich bin, und sie erzählen von sich. Ein Raum voller Expertise – und doch voller Zögern, weil Worte fehlen. Erst als Karina, eine Teilnehmerin, spontan beginnt, jedes Wort zu übersetzen, wird alles hörbar. Ich versuche, die unterschiedlichen Dringlichkeiten zu verstehen. Jede Person bringt eine eigene Vorstellung davon mit, was bewahrt werden muss. 

 Was ich erlebe, ist eine Stadt, die zugleich verwundet und lebendig ist. Menschen, die müde und entschlossen wirken. Cafés, die geöffnet bleiben, obwohl der Strom ausfallen kann. Kollegen, die mit Humor und Professionalität arbeiten, während draußen ...]]></description><pubDate>Tue, 14 Apr 2026 22:57:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/tanz-in-kyiv-gegen-die-zeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1145]]></dc:identifier></item></channel></rss>