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Das Innehalten als eine wichtige und hilfreiche Gabe genießen

22. Dezember 2021

Von Uta Atzpodien

Zum Abschluss des Jahres ein Blick zurück: Welch dichtes Jahr voller Ereignisse und Herausforderungen. Von Zeit zu Zeit mutet es wie eine Abenteuerreise an, stets neue Situationen, Hürden und Gefahren, die es zu meistern gilt. Innehalten: Das kann trösten. Ich betrachte mich selbst, alles als Geschichte, höre mir zu, beobachte das Geschehen: Das hilft, wie auch eine gut durchgeschlafene Nacht, um erneut Klarheit, Zuversicht und Mut zu gewinnen.

Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl

Die Einladung meines Kolumnenkollegen Torsten Krug letzte Woche greife ich auf: Wir schauen nicht nur auf fast vier Jahre WZ-Kolumnengeschichte zurück, auf die Zeit vor und seit über eineinhalb Jahren mit der Pandemie. Der ausgelöste Bruch manifestiert sich in vielen unserer Kolumnen, lebensnah, wie sie sind. Pandemie und Klimawandel lassen uns eindringlich erleben, dass Planet und Menschen aus der Balance geraten sind. In Armut, Not, Katastrophen weltweit äußern sich Schräglagen. Auch im eigenen Körper nach dem Boostern sind unvertraute Wirkkräfte spürbar.

Kürzlich lief ich über den Ölberg und traf eine Nachbarin, Architektin und unfallbedingt mit langwieriger Verletzung am Fuß. Wir kamen ins Gespräch darüber, wie schnell Menschen aus der Bahn geworfen werden, wie viele aktuell am Rande ihrer Kräfte sind, erschöpft, ausgelaugt, krank, müde und vor allem rastlos. Vor über eineinhalb Jahren zwang uns die Pandemie zur Stille. Mit Digitalisierung, Homeoffice und vielem mehr bieten sich uns seither – trotz kontinuierlicher Abenteuerreise – auch neue Chancen und Potenziale.

Zudem: Beflügelnde Kunst- und Kulturereignisse halten uns frisch und lebendig, wie sie in der WZ oder auch in unserem Kreis, jüngst von Tine Lowisch zum Abschluss des Engelsjahres aufgegriffen werden. Markante neue Betrachtungen und Diskurse irritieren und beflügeln uns, jüngst spürbar mit dem Regierungswandel, der neuen Ampelkoalition oder auch dem so dringlichen Engagement für unsere Zukunftsfähigkeit.

Wie können auch Kunst- und Kultur zur Erreichung einer Klimaneutralität, Verringerung der CO2-Emissionen und dem Kulturwandel einer großen Transformation beitragen? Der Slogan „Practise what you preach“ begleitet und verdonnert mich immer wieder zum Innehalten. Wann reden wir? Wann tun wir tatsächlich das, was wir verändern wollen und können?

A pros pos Ampel: Auf die neue grüne Kulturstaatsministerin Claudia Roth bin ich gespannt. Sie kennt die Belange der freien Szene und ist direkt im Gedenken an unsere Erinnerungskultur gestartet. Das spricht mich an. Mir gefällt, dass sich unser Wuppertaler Bundestagsabgeordneter Helge Lindh auch weiterhin empathisch und performativ als kulturpolitischer Sprecher der SPD für mehr Menschlichkeit und Menschenrechte engagieren wird. Lokal sind mir in der letzten Kulturausschuss-Sitzung im Gasometer unermüdliche Zwischenfragen einer FDP-Abgeordneten aufgefallen. Imponiert hat mir die CDU-Abgeordnete Martina Sailer, die burschikos ein Anliegen der SPD-Abgeordneten Martina Schmidt aufgegriffen hat und praxisorientiert das Zusammenhalten verschiedener Fraktionen in Belangen eingefordert hat, die einfach alle betreffen: Ja, Zusammenhalt kann die Welt bewegen.

Nicht selten sind es Frauen, die den Mumm haben, dies einzufordern, es zu leben. Derartige Einsichten gehören zur Gabe des Innehaltens. Auch im Alltag kann es uns weiterhelfen: Vom Nichtstun zum Tun. Wie das in der Praxis genauer aussehen könnte, klären wir dann 2022. Zum Jahresende heißt es nun, das Innehalten als Gabe zu genießen. Auja!

Anregungen und Kritik: kolumne@fnwk.de

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