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Kultur als Gelingensbedingung

Zukunft gemeinsam gestalten – wie geht’s? // 22. Januar 2025

Von Uta Atzpodien

„C the Unseen“ weckt als Titel Neugier und begleitet Chemnitz als diesjährige europäische Kulturhauptstadt. Sie wurde letztes Wochenende eröffnet. Chemnitz, jahrzehntelang als Karl-Marx-Stadt bekannt, verblasst im Osten mitunter neben Leipzig und Dresden. „Bislang Ungesehenes zu entdecken“ ist ein ermutigender Vorsatz, der nicht nur die Gestaltungslust der Einwohnerinnen in den Fokus rückt. Mit Vorhaben wie dem Projekt „#3000 Garagen“ entstehen lebende Archive, Kreativ- und Begegnungsräume. Darüber hinaus spielt auch die geschichtliche Aufarbeitung in all ihrer Ambivalenz eine zentrale Rolle. 2018 haben sich die rechtsextremen Ausschreitungen nach dem Totschlag auf dem Chemnitzer Stadtfest in unsere Erinnerung gebrannt. Festivals, Ausstellungen, Konzerte, Performances, Theater und Sport sollen im Laufe des Jahres nun rund zwei Millionen Besucher in die Stadt locken. Gegendemos von rechts gab es bereits. Sie gehen mit einem Kulturverständnis einher, das mit dem reichen Angebot bisher wenig anfangen möchte. Bundespräsident Steinmeier lädt mit „Lassen Sie uns Zukunft wieder gemeinsam gestalten“ zu Zuversicht ein. Also, auf nach Chemnitz.

Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl

Viel Nachdenklichkeit angesichts unserer weltweiten aktuellen politischen Lage und konkret der Situation der Kultur durfte ich kürzlich in der Podcast-Reihe „Wie geht’s?“ mit dem Hamburger Kulturdezernenten Carsten Brosda erleben, der übrigens den Kulturetat in seinem Ressort deutlich erhöht hat. „In einer rasenden Geschwindigkeit ribbeln sich jahrhundertealte Errungenschaften auf“: Seiner Gesellschafts-Diagnose stellt er das Arbeiten an sinnhaften Strukturen gegenüber und die Frage: „Wie können zwischenmenschliche Begegnungen gelingen?“

Ganz wichtig dafür ist, dass Kulturpolitik, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Relevanz der Kultur für unsere vielgestaltige Gesellschaft ins Zentrum rücken. Was unsere Gesellschaft zusammenhält, ist eine grundlegende kulturpolitische Diskussion, die in der Breite nicht stattfindet. Sie braucht einen aktiven und lebendigen Austausch. Aktuell ist sie zu sehr eine Leerstelle, die dann allzu schnell von zu kurzen einfachen Antworten gefüllt wird, statt zu erkunden, wie unsere Gesellschaft vielfältig und demokratisch bleiben kann. Dieser Podcast ist wirklich hörenswert, es lohnt sich.

Am letzten Donnerstag trafen sich vor dem Kulturausschuss im Düsseldorfer Landtag Kulturschaffende aus ganz NRW: „Für was für eine Gesellschaft spart ihr eigentlich?“ hieß es auf einem der Plakate angesichts der umfassenden Kürzungen, die wertvolle gewachsene Formate der freien Szene betreffen und ihre Existenz gefährden, wie das junge Kollektiv „Cheers for Fears“, die Internationale Tanzmesse oder andere geförderte Projekte. Konkret wurden fehlende Kommunikation und Transparenz kritisiert, die vielen Akteuren den Boden und die Zukunft entziehen. Etats braucht es, um die vom Land mit angestoßenen Mindesthonorare zu etablieren, ohne dass es zu einem kulturellen Sterben kommt. Mit mehr Weitblick betrifft das nicht nur einzelne Akteurinnen, sondern gesellschaftliche Errungenschaften. Werden – wie schon historisch – Entscheidungsmomente verpasst, die sogenannten gesellschaftlichen „Kollateralschäden“ nicht ausreichend bedacht? Angesichts all der Kürzungen auf Landesebene: Liebe Kommune, bitte zeige ganz deutlich, wie sehr (unsere) Kultur eine Gelingensbedingung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Die kürzlich erschienene Neuauflage des Kunstmagazins „die beste Zeit“ trägt dazu bei: „See the Unseen“.

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