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Auf Handlungsreise in Sachen Kultur

25. März 2026

Von Torsten Krug

Aktuell führen einige von uns Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der demokratischen Fraktionen in unserer Stadt. Das soll kein Geheimnis bleiben – geht es doch in diesen Gesprächen um das Überleben der freien Kultur in Wuppertal. Für diese werden wir landauf, landab gerühmt. Gerne führen sie Repräsentanten der Politik im Munde, wenn es darum geht, Wuppertals gute Seiten hervorzuheben. Man kann sagen, die Kultur gehört zum Markenkern Wuppertals. In den kommenden Wochen gilt es, ihn nicht zu verraten.

Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer

Am 7. Mai wird der Rat der Stadt Wuppertal den Doppelhaushalt für 2026 und 2027 verabschieden. In diesem wird entweder die notwendige Erhöhung einiger institutionell geförderter Kultureinrichtungen stehen (wie es der Kulturausschuss zweimalig beschlossen und dem Rat anempfohlen hat) – oder es tritt etwas ein, von dem wir aktuell nur sagen können, dass es Verluste geben wird.

Worum geht es? Wuppertal geht es finanziell – bescheiden. Die Gründe hierfür sind vielfältig und teilt unsere Stadt sicher mit vielen anderen Kommunen. Es ist klar, dass gespart werden muss. Vorschläge dafür werden aktuell erarbeitet. Die Mittel für die Kultur können es nicht sein. Sie sind nach wie vor freiwillig und stets bedroht, doch konsolidieren kann man mit ihnen gar nichts: 0,14 Prozent des Gesamthaushaltes investiert Wuppertal in die freie Kultur, etwas weniger als 2010, als eine erste Haushaltskonsolidierung bevorstand. Betrachten wir jedoch die andere Seite: Blieben die bereits im September 2024 beantragten Erhöhungen aus, so blieben die institutionellen Förderungen nicht nur von 2023 bis 2028 (!) ohne Erhöhung (was schon angesichts Inflation und gestiegener Kosten einer Kürzung gleichkäme), schlimmer noch: Einige unserer freien Kultureinrichtungen wüssten dann nicht mehr, wie sie ihren Betrieb aufrechterhalten sollen. Und was einmal verschwunden ist, baut so schnell keiner mehr auf.

Schon jetzt erwirtschaften viele Kulturinstitutionen aus jedem Euro Förderung durch die Stadt ein Fünf- bis Sechsfaches, machen also aus wenig sehr viel. Die institutionelle Förderung bildet nur einen Grundstock für Fixkosten wie Miete, Energie, Personal oder auch „Eigenanteile“, die es braucht, um Mittel auf kommunaler, Landes- und Bundesebene einzuwerben. Auch viele Wuppertaler Firmen helfen hier tatkräftig mit, vielen Dank! Viele von uns wollen in diesen prekären Verhältnissen weiter leidenschaftlich arbeiten für die Kultur in unserer Stadt. Doch was sie nicht länger wollen, ist, dabei monatlich Angst vor der Insolvenz haben zu müssen. Ohne Bundeskulturpreise wären einige Orte davon bedroht.

So weit der Sermon. Tatsächlich fühlt es sich an wie auf Handlungsreise in Sachen Kultur. Und wenn ich unsere zurückliegenden Kolumnen bedenke, wundere ich mich manchmal, wie oft Argumente wiederholt und neu vorgebracht werden müssen. Doch hier wiederholen wir uns gerne.

Und um vom Mammon wieder zur leidenschaftlichen Arbeit zu kommen: Wer die Namen der Shortlist zum Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich Belletristik mitbekommen hat und einen Blick in den literarischen Terminkalender Wuppertals wirft, kann staunen: Gleich drei der fünf Nominierten – Norbert Gstrein, Anja Kampmann (im Rahmen der Wuppertaler Literatur Biennale) und die diesjährige Preisträgerin Katerina Poladjan – werden bei „Literatur auf der Insel“ im Café ADA zu erleben sein. Zufall? Na ja, die Jury in Leipzig hat sich sicher ein wenig an uns orientiert.

Anregungen an ➜ kolumne@fnwk.de

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