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Rechnet sich Kunst?

Über die Bedeutung der Kunst für die Gesellschaft // 3. Mai 2023

Von Christopher Huber

Es gibt wohl kaum Künstlerinnen, die sich in ihrer Schaffensperiode nicht gefragt haben: „Wofür das alles?“ Sie, als Zuschauende, Betrachtende, Zuhörende fragen sich: „Kann man davon leben?“ Bei der Kunst geht es am Anfang selten um den Output, also die Aufführung, die Ausstellung, das Buch. Sondern vielmehr geht es um das, was raus, was ans Licht will, was erschaffen werden möchte, also das innere Streben nach Schaffen, den kreativen Prozess, der anfangs nicht heraufbeschworen werden muss.

Christopher Huber - Foto: Stefan Fries
Christopher Huber - Foto: Stefan Fries

Und dieses Streben bleibt immer Teil der Schaffenden selbst. Es schert sich nicht um schnöden Mammon, steigende Heizkosten, Inflation oder Öffentlichkeit, es ist kindlich-naiv, es kommt aus dem Inneren, möchte entdeckt, genutzt, gar benutzt werden. Viele Jahre später entdeckt man, da man so viel dazugelernt und Wissen angehäuft hat, dass diese Naivität wieder willkommen geheißen wird, dass man versucht, dieses Kind in sich wiederzuentdecken, die Leichtigkeit des Seins wiederherzustellen, die Kunst ohne Voreingenommenheit wieder Kunst sein zu lassen.

Aber dieses „Wofür?“ kann sich auch auf die leicht zu verletzende Seele beziehen. Kaum jemand wird so oft kritisiert wie der kunstschaffende Mensch. Und das, obwohl sich die Seele so weit öffnet, dass die Betrachtenden tief hineinblicken können. Er lässt sie hinein, zeigt, was ihn bewegt, lässt teilhaben und muss zulassen, dass er sich vom Publikum, von Lehrenden, anderen Künstlerinnen innerlich bis auf das Adamskostüm entkleidet, vor sie stellt und ihre Meinungen höflich anhört. Ob er sie annimmt, sei ihm überlassen, aber es kratzt dennoch …

Und gerade deshalb ist die Künstlerseele die Seele des Kollektivs, sie reflektiert das Treiben der gesellschaftlichen Spiele. In ihr spiegeln sich die ungeschriebenen Gesetze des Miteinanders. Der schaffende Mensch öffnet sich, nimmt die Schutzrüstung ab, wird zur Reflexionsoberfläche.

Als Gründungsmitglied des Royal Street Orchestra, als klassischer Geiger, und seit 2022 auch als Geschäftsführer des Kulturzentrums Immanuel habe ich beide Seiten der Medaille kennengelernt. Ich weiß um das Geschäft dahinter, aber auch um die ehrliche Vulnerabilität der Erschaffenden selbst.

Kunst rechnet sich, denn sie bringt die Menschen zusammen, sie lernt und lehrt, sie gewährt dem Neuen Zutritt, sie lebt, sie wächst, sie schafft. Elementar ist jedoch, dass sie in der Gemeinschaft immer ihren Stellenplatz haben wird. Egal, ob die Menschen dafür in die Kunsthalle gehen, in das nächste Theaterstück oder zu Hause einen Film streamen. Und nach der langen Abstinenzphase müssen auch wir wieder lernen, auf sie zuzugehen. Denn sie ist da, die Kunst.

Allein im Wuppertaler Osten gibt es unter anderem mit dem Visiodrom, der Bandfabrik, der Färberei, dem Bob-Campus und dem Kulturzentrum Immanuel mehrere Orte, an denen man zu Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und vielem mehr zusammenkommen kann. In der Immanuelskirche wird am 11. Mai um 20 Uhr einer der besten Chöre Deutschlands, Chorwerk Ruhr, ein spannendes Programm präsentieren, bei dem das Publikum sich hineinversetzen kann, wie eine „Playlist“ von Johann Sebastian Bach geklungen hätte. Als Gast hat sich hierfür auch Ina Brandes angemeldet, die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Um die Gemeinschaft, das Miteinander und vor allem um die gemeinsame bessere Zukunft soll es gerade beim „Tag des guten Lebens“ in Oberbarmen gehen. Am 4. Juni wird das Carré rund um die Färberei, den Wupperfelder Markt und das Kulturzentrum Immanuel für den Autoverkehr gesperrt. Kommen Sie vorbei und lernen Sie den Osten Wuppertals durch eine andere Brille kennen: durch die der Kunstschaffenden.

Ihre Meinung bitte stets an: kolumne@fnwk.de

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