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Gemeinsam auf unserer Erde

28.07.2021

von Uta Atzpodien

Anfang Juli tanzten 17 Mapuche-Frauen aus Chile im Alter von zwölf bis 70 Jahren vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus, auf dem Gustaf-Gründgens-Platz. Ganz lebendig begleiten mich diese Eindrücke: Hand in Hand, alt und jung, Körper an Körper erzählten sie von Werten, Wissen und der Überlieferung von Traditionen ihres Volkes an jüngere Generationen. Die Unterdrückung, der sie seit Jahrhunderten und auch aktuell ausgesetzt sind, war schmerzhaft spürbar. Poetisch und kraftvoll kamen Haltung und Zusammenhalt zum Ausdruck, mehr noch: auch das Aufbegehren, die dringende Notwendigkeit, Nein sagen zu können. Dankbar bin ich, diese aus der Ferne angereiste Tanzperformance „Malen“ in der Regie von Ricardo Curaqueo Curiche am Abschlusswochenende vom Theater der Welt-Festival 2021 erlebt haben zu dürfen. Bis ins Mark kann Kunst ebenso aufwühlend wie nährend erfahrbar machen, was es heißt, selbstwirksam Gemeinschaft zu entfalten.

Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl

Was kann uns bloß weiterhelfen? Was brauchen wir für unsere Zukunft, zum Überleben? Die nun auch hier bei uns hautnah erfahrbaren Kathastrophenszenarien sprechen für sich. Solidarität, konkret am Ort des Geschehens wie auch über Spenden oder über Benefizkonzerte wie das „Dach der Stadt-Open Air“ am Samstag oben an der Nordbahntrasse helfen weiter. Wenig nachvollziehbar ist dann, dass sich jüngst all die Fachminister der G20-Staaten für Umwelt, Klima und Energie bei ihrem Treffen in Neapel wieder mal nicht auf Klimaziele einigen konnten, die der Dringlichkeit entsprechen. Das 1,5-Grad-Ziel bis 2030 und auch andere Ziele erfordern ein markantes Bekennen in Politik, Wirtschaft, Verwaltung. Einzelpersönlichkeiten, darunter viele Frauen, tun dies. Ihnen müssen wir mehr Raum geben, zuhören: Den Mapuche-Frauen, der mutigen Greta Thunberg, Luisa Neubauer, Maja Göpel und anderen, die aufmerksam aufbegehren und ihre Stimme erheben. Ein weiterer Blick in die Ferne: „Mit wehenden Haaren gegen die Mullahs“ heißt ein Dokumentarfilm über die iranische Journalistin Masih Alinejad, die mutig, tanzend und mit viel Herz all die Frauen aus dem Exil heraus unterstützt, die sich unter großen Gefahren für ihre persönliche Freiheit im Iran engagieren. Er läuft auf Arte.

Das braucht es, gibt es, weltweit und hier im Tal: Menschen, die den Mund aufmachen, sich zu Wort melden und sich nicht scheuen, all die gesellschaftlichen Schieflagen beim Namen zu nennen, besser noch selbstwirksam und kreativ, mit Herz und Verstand handeln. Bei unserer Erkundungsreise durch Wuppertal, der partizipativen Kunst- und Mitweltaktion „plan e: planet erde“, wird gerade deutlich, wie sehr prägnantes Engagement unsere Zukunft gestaltet: Seien es die Friedensarbeiterin Burcu Eke-Schneider oder Methap Ciplak, die sich für den Friedensgarten in der Alevitischen Gemeinde stark machen, die iranischen Künstlerinnen Mansa Sabaghian und Zahra Hassanabadi, die Kunstschaffende Gisela Kettner mit ihrem Einsatz in Sachen kultureller Bildung oder auch die Extinction Rebellion-Aktivistin Yvonne Grabowski. Mit ihnen sind in den letzten Monaten Bilder und Fotografien zu dem entstanden, was uns (noch) alle trägt, die Erde, samt unserer Unterschiedlichkeit, unserer Diversität. Ja, die Vielfalt ist einfach faszinierend, die ihr innewohnenden universellen Rechte der Menschen, Tiere und Pflanzen, die immer noch viel zu wenig geachtet werden. Ab Sonntag, dem 1. August lädt die Fotoausstellung wERDschätzung Wuppertal im Café ADA / INSEL e. V. mit Vernissage um 18 Uhr ein, sich selbst weiter für die Erde stark zu machen.

Anregungen und Kritik: kolumne@fnwk.de

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