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Was Menschen brauchen, wonach sie sich sehnen

Kunst und Kultur können eine wichtige Rolle spielen // 18. Oktober 2023

Von Uta Atzpodien

„Ich schaue in die Gesichter meiner Mitmenschen. Schock. Dumpfheit. Die Herzen schwer vor ständiger seelischer Belastung“, schreibt der israelische Schriftsteller David Grossmann in einem kürzlich erschienenen FAZ-Artikel. „Immer wieder versichern wir einander: ein Albtraum, ein beispielloser Albtraum. Ihn zu beschreiben fehlen die Worte. Worte vermögen ihn überhaupt nicht zu fassen.“ Selbst aus der Ferne ist das Leid der Menschen im Nahen Osten nur schwer zu erfassen, auszuhalten. Zugleich fragt der Autor angesichts der umfassenden Grausamkeit danach, wie es gelingen möge, „übliche Formeln abzuschütteln“, „ein normales, von Angst und äußerer Bedrohung freies Leben“ zu erlangen. „Ein dauerhaft geborgenes Dasein. In einem behüteten Heim.“ Wie viele sehnen sich wohl danach.

Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl

Als am letzten Wochenende in Essen der Deutsche Tanzpreis 2023 verliehen wurde, begannen die Laudationen, so eine Kollegin, mit Ausführungen zu den Ereignissen im Nahen Osten. Legendäre Größen des Wuppertaler Tanztheaters Pina Bausch, Josephine (Jo) Ann Endicott, Malou Airaudo, Lutz Förster und Dominique Mercy wurden mit einem facettenreichen Programm geehrt: sie, die sich mit anderen, mit ihrer Eigenart, ihrer Authentizität, Energie und Lebensfreude seit Jahrzehnten in die Herzen der Menschen getanzt und sie bewegt haben. Die Hommage galt natürlich auch Pina Bausch, die weltweit im Leben und künstlerischen Schaffen so vieler Menschen tagtäglich präsent ist. Liegt die eigentliche Kraft kulturellen Erbes nicht genau darin? Das, was herausragende Kunst im Menschen, konkret auch bei nachwachsenden Kunstschaffenden bewegt und anregt: In diesem kulturellen Erbe liegt ein bisher noch zu wenig gehobener Schatz. Welch schöne Fügung also in Essen! Die diesjährigen 50 Jahre Tanztheater Pina Bausch gehen hier dagegen eher unter, werden wenig gefeiert, wenig gewürdigt.

Bei unserem „Literatur auf der Insel“-Gespräch mit dem Autor Thomas von Steinaecker, zu seiner Lesung aus dem Buch „Die Privilegierten“, mit seinem eher dystopisch-düsteren und aufrüttelndem Blick von der Zukunft her in unsere Zukunft, fiel mir sein Bezug zu Künstlerpersönlichkeiten auf. Er macht so greifbar, wie viel Lebendigkeit, welche Veränderungen, gar Revolutionen aus künstlerischen Funken entstehen können. Liegt nicht genau hier das ganz besondere Potenzial der Kunst? Vor allem dann, wenn wir uns fragen, in welchem Zusammenhang Kunst und Kultur mit der erschütternden Gewaltspirale weltweit stehen? Mehr denn je brauchen wir Kunst und Kultur, hier und überall, für eine Kultur der Menschlichkeit, der Versöhnung, für Verständnis und ein beschwingtes Miteinander, für mehr Frieden und ein Gefühl von Heimat.

Die geplanten Kürzungen im Landeskulturhaushalt, die bundesweiten Streichungen und Einsparungen in Kultur, Bildung und Sozialwesen drohen genau das zu gefährden, was wir für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt mehr denn je brauchen und wonach wir uns sehnen. Jetzt heißt es, auch lokal weiter zusammenzurücken und die Stimme zu erheben: Die freie Szene trifft sich mit der Stadtspitze. Die kommunalen Initiativen kommen zusammen. Die Arbeitsgruppe Kulturelle Bildung lädt zusammen mit dem Kulturbüro am 4. November mit „ChanceKultur III“ zum nächsten Netzwerktreffen in die Nachbarschaftsetage in den BOB Campus ein.

Sinnlichkeit darf nicht fehlen: Am letzten Samstag hat das beglückende und ausverkaufte Release-Konzert „Bloom“ der zauberhaften Musikerin Maria Basel und ihrer Band spürbar vermittelt: Kultur kann eine Art Heimat sein.

Feedback gerne an: kolumne@fnwk.de

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