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Die Neugierde kennt keine Ferien

Auch der Alltag kann ein Abenteuer sein // 5. April 2023

Von Max Christian Graeff

Hören Sie es auch, dort draußen? Es sind die Tage, in denen alles knistert, platzt und blubbert . . . Wissenschaffende stellten unlängst fest, dass Pflanzen Geräusche von sich geben, wenn es ihnen zum Beispiel an Wasser mangelt. Wie gut, dass unsere Ohren jenes hochfrequente Großkonzert der kommenden Zeit nicht vernehmen können. Den Frühling jedoch, mit dem Bersten der Knospen, Zirpen der Triebe und Rascheln sich entfaltender Blätter hört jede und jeder von uns gern: weil wir es wollen! Vor vier Tagen wurde ich als Moderator einer Literaturshow im Naturmuseum Luzern wieder daran erinnert, dass unsere Stadt ihr bedeutendes Museum zur Natur und zur Menschwerdung einst nicht mehr wollte.

Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini

Nur das „Fuhlrott-Foyer“ der Volkshochschule (VHS) erinnert noch daran, dass eine erfolgreiche Bildungsinstitution, deren Arbeit auch für aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel und Wissensveränderung hilfreich wäre, trotz aller Fürsprachen aufgegeben wurde. Selbst die Volkshochschule scheint auf dem Radar der Bevölkerung langsam zu verblassen; zum Beispiel fragen immer mehr Gäste meiner diskursiven Veranstaltungsreihe „Thema heute“ nach der Zusage ihres Kommens vorsichtig, wo die VHS überhaupt sei …Sie ist an zahlreichen Orten im Stadtgebiet präsent, doch allzu Vielen ist diese nicht nur für Pflichtkurse und Zertifikate unentbehrliche „Schule nach der Schule“ spätestens dann aus dem Blick geraten, als eine krasse „Optimierung“ der öffentlichen Kommunikation mit begründet strengen Pandemie-Bedingungen zusammenfiel. Die Auswirkungen sind – subjektiv empfunden – beträchtlich, nicht nur für die niederschwellige Möglichkeit der Erwachsenenbildung in allen Sparten, sondern auch für viele freie Kulturschaffende, die hier und in vergleichbaren Institutionen mit den von ihnen engagiert angebotenen Kursen ein (geringes) Salär einholen möchten.

Eine Verbesserung liegt auch hier im Wollen: Fordern Sie die VHS doch wieder mehr heraus! Bestehen Sie auf dem Bekenntnis zu diesem sozialen und für die Stadtkultur (und damit auch wirtschaftlich) nur gewinnbringenden Auftrag. Seien Sie der Grund für einen neuen Mut zu ungewöhnlichen Veranstaltungen. Überwinden Sie die Hürden einer noch unfertigen neuen Webseite und melden Sie sich auch zu ungewöhnlichen, anstrengend klingenden Kursen an. Kultur ist nicht nur das Inhalieren glitzernder Spektakel, sondern vor allem die eigene Neugier auf bisher Ungekonntes und Unbekanntes. Auch dies gibt Ihrem Alltag den in einer verunsichernden Zeit nötigen progressiven Effet.

Viele suchen diesen in der Sensationskultur: Im Frühling erwacht auch die Festivalsaison, schneller, höher, weiter trotz oder gerade wegen der Krisenzeit. Dann geht die kulturelle Eventitis viral, der Großveranstaltungsinfekt mit kollektiven Begeisterungsschüben, ekstatischen Eruptionen und einem wellenartigen Hochleistungskreischen bei besonders intensiven Tönen. Gewaltige Bühnenburgen, Blechlawinen und wogende Wegwerf-Zeltmeere gehen mit der emotionalen Erntesaison der Work-Life-Mode-Balance einher; dieses meist Altbekannte und Wiedergewollte bindet viele Ressourcen der privaten Kulturbudgets. Der Sommer würde zum Winter der sozusagen kleinen Künste, der lokalen, alltagsgeborenen, experimentellen Ereignisse, wenn es in unserer famosen Stadt all die kleinen Orte, Inseln, Oasen und Löcher nicht gäbe, die Kunststationen und Utopiastädte … Sie alle bieten fast täglich Außerordentliches! Für alle, die nicht nur konsumieren, sondern auch weiterblicken wollen, wird jeder Alltag ein Abenteuer sein.

Ihre Meinung bitte an kolumne@fnwk.de

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