﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Tue, 20 Oct 2026 00:05:29 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - September 2026</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/september-2026</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/september-2026" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nur Weitblick gibt Perspektiven]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nur-weitblick-gibt-perspektiven</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1219/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1219/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Die Blätter fallen, das Papier der Bäume und Büsche: beschrieben mit all den Geschichten des Jahres, die heuer von Hitze und Dürre handeln, vom zuversichtlichen Werden und erfüllten Zugrundegehen wie seit Urzeiten und doch von Jahr zu Jahr verschieden. 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Wer einst in Holk Freitags „Faust I“ im Schauspielhaus als Mephisto den „Prolog im Himmel“ sprach, hatte ich im Buch nachzuschlagen (Joseph Ostendorf!), denn die Suchmaschine mochte nicht helfen. Sie wusste aber, dass bei Pina Bausch wirklich mal ein Laubbläser ins Spiel kam, im Film „Die Klage der Kaiserin“. Plötzlich sah ich Helena Pikon wieder vor mir! Und schon fiel ein erinnerndes Blatt nach dem anderen vom Theaterbaum. Wer 1990 gesagt hätte, dass unsere Stadt 13 Jahre später ihre Mitte des Schauspielhauses verlieren wollte, den hätten wir zum Teufel gejagt. 

 Damals reisten prominenteste Gäste aus aller Welt fürs Kunsterleben ins Tal, brachten und nahmen vieles mit und halfen uns, über den Tellerrand zu schauen – nicht nur bei den internationalen Tanzfestivals. Avantgardistische Aufbrüche aus allen Künsten zeigten sich gern zwischen unseren Hügelketten in der Wunderwunde im Bergischen Land; wir lebten im flackernd trügerischen Schein, dass noch etwas anderes regieren könne als das Geld. Jenes ist zweifellos immer noch zuhauf in den Bunkern und Tresoren vorhanden, selbst wenn die Stadt statistisch Einkommensmillionäre verliert. Warum sollten die auch hier leben wollen, in einer Stadt, die im ständigen Strukturwandel ihre alten Blätter verliert, doch die üppig nachwachsenden neuen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgen will? 

 Es ist nicht alles Tanz (oder Cragg-Skulptur), was glänzt: Auf unserem Stadtgebiet rauscht zum Beispiel ein vielfältig nachwachsender literarischer Mischwald aller Arten, von denen sich nur einige wenige derzeit bis zum 17. Oktober an der LIT.ronsdorf (den 19. Ronsdorfer Literaturtagen) zeigen. ...]]></description><pubDate>Wed, 30 Sep 2026 01:20:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nur-weitblick-gibt-perspektiven</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1219]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Eins von vier Herzen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/eins-von-vier-herzen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1212/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1212/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 Meine Familie hat mir abtrainiert, wütend zu sein. Wut bringt nichts, hieß es. 

 Ich komme aus Sachsen-Anhalt. Seit vorletztem Sonntag bin ich heimatlos. 44 Prozent haben dort AfD gewählt. Ich lese deren Regierungsprogramm und die Menschen meiner Kindheit werden fremd. „Abschiebe- und Remigrationsoffensive“, weniger öffentlich-rechtlicher Rundfunk, weniger Demokratieprojekte. Ein neuer Geschichtslehrplan. Ein „Stolz-Pass“ soll Familien kostenlosen Eintritt in Kulturstätten ermöglichen. Voraussetzung: Ein Elternteil besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Bald soll es nur noch Brauchtumspflege geben. Meine Familie lebt noch dort. Sie sagt: „Du kannst sowieso nichts dagegen tun. Uns hört doch niemand zu.“ 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Wenn ich Texte über die Weimarer Republik lese und sehe, wie SPD und KPD miteinander stritten, während rechts von ihnen etwas immer größer wurde, fühle ich einen Stich. Natürlich ist 2026 nicht 1930. Geschichte wiederholt sich nicht einfach. Aber in den rechten Reihen unseres Stadtrates wächst wieder etwas und ich möchte laut schreien: Könnt ihr es jetzt bitte besser machen und frühzeitig miteinander sprechen? 

 Vier Tage nach der Wahl haben wir beim Wuppertaler Kulturgipfel über Kultur gesprochen. Wir haben gerechnet, Vorträge gebaut und Haushaltspläne gelesen. Das Ergebnis: Gerade einmal rund drei Prozent unseres städtischen Haushalts fließen in Kultur. Etwa zwei Prozentpunkte weniger als im interkommunalen Vergleich. Tendenz sinkend. Ich hatte gehofft, solche Zahlen würden erschüttern und eine Debatte darüber auslösen, was wir ändern müssen. Wie sichern wir die kulturelle Infrastruktur dieser Stadt? Stattdessen höre ich aus der Verwaltung, dass wir doch sowieso immer weitermachen. Irgendwie. Haben wir schließlich bisher auch gemacht. Auch ohne Geld. Und wenn ich frage, wie wir Kultur langfristig Sicherheit geben wollen, wird mir Naivität unterstellt. 

 Parallel dazu stehen wegen ...]]></description><pubDate>Tue, 22 Sep 2026 22:56:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/eins-von-vier-herzen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1212]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Gemeinsam und großzügig]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/gemeinsam-und-grosszuegig</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1211/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1211/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Wie sehr ein zukunftsorientierter Austausch beseelen kann, durfte ich kürzlich erleben: Die Utopie-Konferenz in Lüneburg klingt nach, die ich Ende August für eine Recherche besuchen durfte. Es ging um „Großzügigkeit, eine Utopie?“, begleitet von einem Quartett, das sich aus inspirierenden und einigen vermutlich bekannten Persönlichkeiten zusammensetzte, der Transformationsforscherin Maja Göpel, der Philosophin Barbara Bleisch, dem Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt und dem Soziologen Aladin El-Mafaalani. Es war ein dichter Reigen an Veranstaltungen mit etlichen versöhnend-spannenden Impulsgebenden. Wo liegen politische Potenziale der Großzügigkeit? In welchem Verhältnis stehen Knappheit und Großzügigkeit zueinander? Wie können wir dem verbreiteten Misstrauen entgegenwirken? Und was bedeutet es, wenn Großzügigkeit als Vertrauensvorschuss wirkt? Mitgestaltet und unterstützt von vielen jungen Menschen entstand zwischen den bundesweit angereisten Teilnehmenden ganz unterschiedlicher Herkünfte eine bewegende Atmosphäre, um dem Problemknäuel der aktuellen Lage, der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft und der sich verbreitenden Lähmung zu begegnen. Inspirierend begleitet mich die kulturelle Aufgabe, die auf positive Bilder des miteinander Wirkens Einfluss haben kann, Freiheit zur Teilhabe ermöglichen kann und Solidarität mit denen, die uns nicht ähnlich sind. Offenporige Verständigungsräume sind gefragt. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Mit dem Wuppertaler Kulturgipfel, der letzte Woche in der börse stattfand, hat die lebendige Wuppertaler Kulturszene auf eine vibrierende Tradition aufgebaut, wie sie in den letzten zehn Jahren intensiv miteinander weitergewachsen ist. Über die quirlige Teilnahme, das wache Interesse vieler Aktiver der Kulturszene hat er ein kraftvolles Zeichen gesetzt. Themen, wie Finanzen, kulturelle Bildung und für die Kultur relevante Vorhaben wie das entstehende Pina Bausch Zentrum, die BUGA, Perspektiven für ...]]></description><pubDate>Sat, 19 Sep 2026 22:12:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/gemeinsam-und-grosszuegig</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1211]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das verlernte Zuhören]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-verlernte-zuhoeren</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1205/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1205/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Der Sommer war "sehr groß". Selbst im Salzkammergut, der Landschaft meines Sommers, die üblicherweise mindestens einmal am Tag vom "Schnürlregen" versorgt und begrünt wird, herrschte bedrückende Dürre: Bäche und Flüsse lagen ausgetrocknet da, ganze Seen machten mit vergrößerten Uferflächen ihren Wasserschwund deutlich. Die Politik machte Urlaub und war zunehmend unbeliebt. Oder, wie die TAZ unnachahmlich titelte: "Deutscher Wasserpegel sinkt auf Merz-Niveau". 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 In einem sehr kleinen Nachbarort – zwei Kirchen, ein Lädchen, ein Kindergarten – hatten Engagierte ein hochkarätiges Musik-Festival neu zum Leben erweckt, bei dem wir ein Programm mit Musik von Gregorianik – den ältesten überlieferten Gesängen der christlichen Tradition – bis zu zeitgenössischen Kompositionen erlebten. Der Countertenor, mit dem wir anschließend ins Gespräch kamen, kannte selbstverständlich nicht nur Wuppertal und seine Kulturszene, sondern schwärmte sogleich von den "Seitz-Schwestern". 

 Elisabeth und Johanna Seitz sind seit vielen Jahren vor allem in der Alten Musik, aber auch mit Programmen mit Neuer Musik oder Improvisation weltweit unterwegs. Sie haben Ende August mithilfe des Vereins "Kultur am Wendepunkt" in Wuppertal ein Festival organisiert, das, nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit, zu einmaligen Begegnungen führte: Unter dem Motto "Go East!" initiierten sie – "traditionell, barock, experimentell und zeitgenössisch" – mit Workshops, Vorträgen, Konzerten und internationalem Austausch eine musikalische Reise nach Polen, über Persien, in die Mongolei bis nach Japan. Internationale Koryphäen auf Instrumenten wie der persischen Djoze, der mongolische Pferdekopfgeige oder der japanischen Koto trafen auf Laien und schufen mit ihnen eine Festivalband, bei deren Abschluss-Konzert Tradition auf barocke Grounds, Improvisation auf zeitgenössische Musik trafen. Als roter Faden dienten dem Projekt die hervorragend ...]]></description><pubDate>Tue, 08 Sep 2026 20:24:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-verlernte-zuhoeren</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1205]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wuppertal ist eine Kunstarbeiterstadt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertal-ist-eine-kunstarbeiterstadt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1204/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1204/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Künstlerinnen und Künstler wissen um ihre, sich selbst verpflichtende Aufgabe, das Lebensgefühl ihrer Zeit zum Ausdruck zu bringen. Wie sie das machen, ist immer wieder bemerkenswert, inspirierend und oft nicht leicht zu entschlüsseln, denn es ist tatsächlich eine Aufgabe für sehr viele Hände. Zum Glück haben wir in Wuppertal eine große, lebendige Kunst- und Kulturszene, die sich selbstlos engagiert, sich je nach Bedarf immer wieder neu organisiert und sich gerne freiwillig daran abarbeitet, sich nicht unterkriegen zu lassen. In einer Stadt am Fluss mit einem zum Teil sehr experimentierfreudigen Publikum, das diesen kreativen Standortfaktor schätzt. Aus meiner Sicht steht einer Transformation zur Kunstarbeiterstadt also nichts mehr im Wege. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Ich bin froh, dass die Sommerpause endlich zu Ende ist und die Spiele, die die Zeit hinterfragen, auf offener Bühne wieder beginnen können, denn nicht nur die Zeit wendet sich, auch die Kunstarbeit und auch die Kultur wandelt sich im Moment enorm. Wir brauchen jetzt poetische Symbole, die dem Wunsch dieser Welt zu entfliehen, hinterher spüren. Die Kunstarbeit, Schieflagen aller Art offen zu legen, ist Bekenntniskunst. Dies garantiert eine Freiheit der Gedanken als Fundament einer Stadt und auch eines Staates in guter Verfassung. 

 Wenn heute nicht nur die Schule, sondern auch alles andere in unserem Land wieder beginnt, sich alle wieder kümmern, weil sie wieder oder neu zu Hause sind, so wie unser Kulturdezernent, kann die Kunst endlich weitergehen. Ich freue mich auf das Kulturratstreffen heute Abend, diesmal beim Medienprojekt in der Hofaue, auf den ersten Wuppertaler Kulturgipfel in der Börse am 10. September, auf ein hoffentlich einstimmiges Votum im Stadtrat zum Pina Bausch Zentrum (das schaue ich mir live im RatsTV an), auf einen Besuch im Skulpturenpark mit neuer Ausstellung, einen Besuch im neu eröffneten Museum Industriekultur oder auch ...]]></description><pubDate>Tue, 01 Sep 2026 22:24:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertal-ist-eine-kunstarbeiterstadt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1204]]></dc:identifier></item></channel></rss>